Neben kostenlosen Antigen-Schnelltests und Wohnzimmertests bieten Apotheken bald auch PCR-Tests an. Wir haben die wichtigsten Infos für Sie zusammengestellt.

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Das Angebot an Coronavirus-Schnelltests in den rund 900 spezialisierten Apotheken wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Innerhalb der ersten zwei Wochen haben sich rund 280.000 Menschen in den Apotheken testen lassen.

Es werden zertifizierte Antigen-Schnelltests verwendet, die für einen Nasen-Rachen-Abstrich bestimmt sind. Die Abnahme der Probenabstriche erfolgt unter Einhaltung der erforderlichen Schutz- und Hygienevorkehrungen.

Seit 1. März sind in den heimischen Apotheken auch kostenlose Tests für zuhause erhältlich. Diese gelten aber nicht als Eintrittstests für körpernahe Dienstleister.

In Kürze bieten jene österreichischen Apotheken, die bereits jetzt Antigen-Tests durchführen, auch PCR-Tests an. Es handelt sich dabei aber nicht um die derzeit vor allem in Wien verwendeten Gurgel-Tests, sondern um abgestrichene PCR-Labortests. Aktuell werden noch die Vereinbarungen mit den verschiedenen Laboren in den Bundesländern getroffen.

Beim Ablauf ändert sich aber nichts: Interessierte melden sich genauso wie für die Antigen-Tests an und lassen den Abstrich nach einer Terminvergabe in der Apotheke vornehmen. Das Ergebnis erhält man per SMS, E-Mail oder als Ausdruck.

Die Finanzierung der kostenlosen PCR-Tests wird wie bisher bei den Antigen-Tests über die Sozialversicherung abgewickelt, die sich das Geld dann vom Bund holt. Das PCR-Test-Angebot soll es künftig auch in Ordinationen geben.

Neu seit 1. März: „Wohnzimmertests“

Seit dem 1. März wurde das Angebot um gratis Selbsttests für zuhause erweitert. In der ersten Woche können etwa 500.000 Menschen mit den neuen „Wohnzimmertests“ versorgt werden. Die Apotheken werden nach und nach mit den Testkits beliefert.

Laut Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Oberösterreich, handelt es sich hierbei um ein langfristiges Projekt der heimischen Apotheken: „Die Apotheken werden laufend mit neuen Tests beliefert. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann daher davon ausgehen, ein Testkit zu bekommen – aber eben erst nach und nach.“

Spätestens ab 15. März soll das Angebot an kostenlosen „Wohnzimmertests“ flächendeckend in ganz Österreich verfügbar sein, sodass pro Person und Monat bis zu fünf kostenlose Tests zur Verfügung stehen.

Wer erhält die kostenlosen Wohnzimmertests?

  • Menschen ab 15 Jahren (Jüngere haben bereits die Möglichkeit, im Rahmen des Schulbesuchs an regelmäßigen kostenlosen Selbsttests teilzunehmen).
  • Bezogen werden können die Tests mittels e-Card oder Sozialversicherungsnummer, welche dabei als Identitätsnachweis dienen.
  • Vorerst sind die Tests nur für Personen verfügbar, die sich nicht von der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA abgemeldet haben.

Was sagen die Wohnzimmertests aus?

Die Tests, die man selbst zuhause durchführen kann, dienen vor allem dazu, den Menschen eine Möglichkeit der Ersteinschätzung zu geben. Sie gelten nicht als Eintrittstests für körpernahe Dienstleister wie Friseure.

Achtung:

Wenn Sie bereits Symptome einer Covid19-Erkrankung aufweisen (z.B. Fieber, trockener Husten, Müdigkeit, Auswurf, Kurzatmigkeit sowie Hals- und Kopfschmerzen, Geruchs-/Geschmackverlust, etc.) gehen Sie bitte nicht in die Apotheke, sondern rufen Sie die Gesundheits-Hotline 1450 an.

Freitesten: Wie funktioniert der COVID-19-Antigentest, der in der Apotheke durchgeführt wird?

  • Eine Anmeldung für die Testungen ist unbedingt notwendig.
  • Nehmen Sie zum Testtermin Ihre E-Card mit.
  • Den Abstrich macht ein Apotheker unter Einhaltung der erforderlichen Schutz- und Hygienevorkehrungen.
  • Ist das Testergebnis negativ, erhalten Sie von der Apotheke eine Testbestätigung. Diese gilt, wenn sie nicht älter als 48 Stunden ist, als Freitesten für Friseure und andere körpernahe Dienstleister.
  • Ist das Testergebnis positiv, begeben Sie sich bitte in Selbstquarantäne und rufen die Gesundheits-Hotline 1450 an. Es erfolgt eine Meldung an die Gesundheitsbehörde durch die Apotheke.

Wie melde ich mich für einen kostenlosen COVID-19-Antigen-Test in der Apotheke an?

Viele Apotheken führen kostenlose Antigen-Schnelltests durch. Eine Anmeldung für die Testungen ist unbedingt notwendig.

Melden Sie sich hier zum freiwilligen und kostenlosen COVID-19 Schnelltest in Ihrer Apotheke an.

Alternativ ist auch eine Anmeldung über die kostenlose Rufnummer 0800/220 330 (täglich 7 bis 22 Uhr) möglich.

Was bedeutet mein Ergebnis beim COVID-19-Antigentest in der Apotheke?

Apotheker erläutern die Aussage des Antigen-Schnelltests, damit die richtigen Schlüsse gezogen werden können. Ein positiver Schnelltest muss von der Apotheke bei der Bezirksgesundheitsbehörde bzw. beim Magistrat gemeldet werden und erfordert zwingend einen nachfolgenden PCR-Test, um sicher zu gehen. Denn bei symptomfreien Personen kann es auch zu falsch-positiven Ergebnissen kommen.

„Unabhängig vom Ergebnis des Antigen-Schnelltests gilt für alle Menschen weiter Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz tragen und regelmäßig Händewaschen. Nur wenn wir diese wirksamen Regeln beachten, können wir die Verbreitung des Coronavirus eindämmen,“ so Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer.

Wie unterscheidet sich der Antigen-Schnelltest vom PCR-Test?

So genannte Antigen-Tests weisen − so wie die PCR-Tests auch − das aktive Virus nach, allerdings auf Basis einer anderen Technologie. Während bei dem PCR-Test Bestandteile des Viren-Erbguts festgestellt werden, sucht man bei Antigentests nach Proteinen, die für SARS-CoV-2 typisch sind. Auch hier erfolgt ein Nasen-Rachen-Abstrich. Nach dem Abstrich wird das Wattestäbchen in Röhrchen, gefüllt mit einer Pufferlösung, getaucht.

Antigentests haben den Vorteil, dass es bis zum Testergebnis nur rund 15 bis 35 Minuten dauert.

Antigentests reagieren allerdings weniger empfindlich als PCR-Tests. Gegebenenfalls sollte zusätzlich eine PCR-Testung durchgeführt werden.