Kondome bunt - Kondome schützen gegen viele Geschlechtskrankheiten. - © Shutterstock

Intime Infektionen

HIV bzw. Aids ist den meisten Menschen ein Begriff. Aber wie steht es mit anderen Geschlechtskrankheiten? Wissen Sie, was Trichomonaden, Chlamydien oder Feigwarzen sind?

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Gefährdet sind vor allem Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und ihre Sexualpartner häufig wechseln. Laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken weltweit jährlich 250 Millionen Menschen an sexuell übertragbaren Infektionen, den „Sexually Transmitted Infections“, kurz STIs. Verursacher sind in unseren Breiten vor allem Bakterien, Viren, Pilze und Einzeller. Geschlechtskrankheiten betreffen Frauen und Männer aus allen sozialen Schichten.

Betroffene trauen sich oft nicht zum Arzt zu gehen, geschweige denn darüber zu sprechen.

Achtung!

Wichtig ist eine fachgerechte Behandlung von Geschlechtskrankheiten durch einen Arzt. Hierbei gilt: Umso früher Geschlechtskrankheiten erkannt und behandelt werden, desto geringer ist die Gefahr für Folgeerkrankungen beziehungsweise irreversible Schädigungen.

Arzt Patient Gespräch - Haben Sie keine Scheu vor dem Arzt-Gespräch. Ärzte haben tagtäglich mit allerhand Krankheiten zu tun. - © Shutterstock
Haben Sie keine Scheu vor dem Arzt-Gespräch. Ärzte haben tagtäglich mit allerhand Krankheiten zu tun. © Shutterstock

Hier erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Erkrankungen, die durch Sexualkontakte weitergegeben werden können:

Syphilis (Lues)

Syphilis ist eine Erkrankung, die der Meldepflicht unterliegt. Die größte Ansteckungsgefahr birgt Geschlechtsverkehr, doch selbst eine Ansteckung durch Küsse ist möglich. An der Eintrittsstelle der Bakterien entsteht meist nach zwei bis drei Wochen ein kleines Knötchen, das sich mit der Zeit zu einem etwa münzgroßen, meist nicht schmerzhaften Geschwür entwickelt, das Harter Schanker genannt wird. Dieses Geschwür sondert eine hochinfektiöse Flüssigkeit ab.

In der nächsten Krankheitsphase kann es zu grippeähnlichen Symptomen und Schwellungen der Lymphknoten kommen. Nach Abheilen dieser Symptome glauben viele Betroffene, die Infektion überstanden zu haben – bei vielen ruht die Krankheit jedoch lediglich und kann noch nach Jahren zu schweren Schäden der Organe, Gefäße und des Zentralen Nervensystems führen.

Der Erreger-Nachweis erfolgt unter dem Mikroskop oder mittels Antikörpertests im Blut. Die Therapie besteht aus der Gabe von Antibiotika (zum Beispiel Penicillin) über drei Wochen hinweg. Der Partner sollte dabei mitbehandelt werden. Für Schwangere ist die Lues besonders gefährlich, weil der Erreger über den Mutterkuchen auch das Baby infizieren kann. Den sichersten Schutz vor der Erkrankung bieten Kondome.

Tripper (Gonorrhoe)

Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist die Hauptursache für eine Ansteckung mit den Tripper auslösenden Gonokokken. Dabei können die Bakterien nicht nur die Schleimhäute der Harnwege und Geschlechtsorgane befallen, auch Rachen und Enddarm sind durch Oral- bzw. Analverkehr immer wieder betroffen.

Das Tückische am Tripper: Viele bemerken zunächst keinerlei oder nur leichte Beschwerden und suchen daher erst einmal keinen Arzt auf, obwohl sie die Infektion bereits weitergeben können. Andere Betroffene bemerken infolge der Entzündung von Gebärmutterhals und Muttermund einen weiß-gelblichen Ausfluss. Ist auch die Harnröhre infiziert, können sich zudem Schmerzen beim Wasserlassen einstellen.

Wird ein Tripper nicht behandelt, können die Bakterien sich immer weiterverbreiten und andere Organe infizieren. Eine unbehandelte Gonorrhoe kann zu Unfruchtbarkeit führen. Eine ärztliche Behandlung mit Antibiotika ist daher in jedem Fall unumgänglich.

Weicher Schanker (Ulcus molle)

Der „weiche Schanker” spielt in unseren Breiten eine untergeordnete Rolle. An der Eintrittsstelle entsteht nach zwei bis fünf Tagen ein Knötchen. Daraus entwickelt sich ein weiches, sehr schmerzhaftes Geschwür. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Der Patient sollte über zumindest drei Monate beobachtet werden.

Chlamydien

Infektionen mit Chlamydien gehören europaweit zu den häufigsten STIs. Auch bei einer Infektion mit Chlamydien merken viele Betroffene ihre Erkrankung nicht. In den übrigen Fällen kann es etwa zu einem Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen oder ungewöhnlichem Ausfluss kommen. Die Infektion muss unbedingt behandelt werden, da die Bakterien sonst den Eileiter hinaufwandern und ihn verkleben, eine Eileiterentzündung auslösen und damit möglicherweise zu Sterilität führen können. Eine Chlamydien-Infektion lässt sich vor allem im Anfangsstadium sehr gut mit Antibiotika behandeln.

Trichomonaden

Diese Einzeller werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Häufig treten sie gleichzeitig mit einer Pilzinfektion auf. Auffällig bei der Trichomoniasis sind der grünlich-schaumige Ausfluss, die brennenden Schmerzen und der gleichzeitige Juckreiz in der Genitalregion. Der unangenehme Geruch ist meist durch Begleitinfekte mit Bakterien verursacht. Die Therapie besteht aus der einmaligen Gabe eines Antibiotikums.

HIV

Die Infektion mit dem HI-Virus erfolgt durch Geschlechtsverkehr, Blutübertragungen und Injektionen. Zudem kann das Virus in der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Die anfänglichen Symptome sind uncharakteristisch, ähnlich jenen eines grippalen Infekts. Das HI-Virus befällt T-Helferzellen und hier insbesondere die so genannten CD4-Zellen. Je weniger funktionstüchtige CD4-Zellen sich im Blut finden, desto schwerer ist das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen.

  • Phase 1: akute HIV-Krankheit und Latenzphase
  • Phase 2: symptomatische Phase
  • Phase 3: Aids

HIV ist nicht heilbar. Dank moderner Medikamente können HIV-infizierte Patienten jedoch meist ein normales Lebensalter erreichen. Unabdingbar für den Behandlungserfolg ist allerdings, dass die Betroffenen ihre Medikamente konsequent und nach Vorgabe einnehmen, und zwar ein Leben lang.

Herpes genitalis

Nicht jeder, der sich mit Herpes-Viren infiziert hat, bemerkt auch Symptome. In vielen Fällen bilden sich allerdings nach drei bis zehn Tagen stark juckende, brennende Bläschen im Initimbereich aus, die mit einer ansteckenden Flüssigkeit gefüllt sind.

HPV / Warzen

Feigwarzen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Sie entstehen aufgrund einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV). Sie sind von rötlicher, grau-bräunlicher oder weißlicher Farbe. In ihrer Größe variieren sie meist zwischen stecknadelkopfgroßen Warzen und mehreren Zentimeter großen, flächigen Wucherungen.

Voraussetzung für die Entstehung von Feigwarzen sind oberflächliche Verletzungen der Haut, wie sie auch beim Geschlechtsverkehr auftreten können. Bereits bestehende Hauterkrankungen und Immunabwehr-Störungen erhöhen das Ansteckungsrisiko.