Schwitzen - Bei einer primären Hyperhidrose treten die Beschwerden ohne Ursache auf. Dann sind vor allem Handflächen, Fußsohlen, Achseln, Stirn und Kopf immer wieder feucht bis nass. - © Shutterstock

Schweiß lass nach!

Wer sich bewegt, kommt schon mal ins Schwitzen. Beim Sport ist das natürlich völlig normal. Was aber, wenn der Schweiß ohne körperliche Betätigung ganz einfach so aus den Poren zu schießen beginnt?

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Besonders viele Schweißdrüsen befinden sich an den Handinnenflächen, den Fußsohlen und auf der Stirn. Sie sondern eine salzhaltige Flüssigkeit ab, die auf der Hautoberfläche verdunstet und damit für Abkühlung sorgt.

Eine andere Art von Drüsen befindet sich unter den Achseln und im Genitalbereich. Sie sondert neben Wasser und Salzen ein fetthaltiges Sekret aus. Dieses ist zunächst geruchlos und beginnt erst zu riechen, wenn es auf die Bakterien an der Hautoberfläche trifft. Wann und in welchem Ausmaß die Schweißdrüsen aktiv werden, regelt das vegetative Nervensystem.

Schwitzen ist in vielen Situationen lästig und unangenehm, aber der Schweiß hat eine wichtige Funktion: Er kühlt den Körper. Es gibt jedoch Personen, die unter übermäßig starkem Schwitzen leiden. Stress, bestimmte Erkrankungen, Übergewicht sowie der Wechsel bei Frauen können diese so genannte Hyperhidrose auslösen.

Hyperhidrose

Bei einer primären Hyperhidrose treten die Beschwerden ohne Ursache auf. Dann sind vor allem Handflächen, Fußsohlen, Achseln, Stirn und Kopf immer wieder feucht bis nass. Der Schweiß bricht aus, obwohl die Betroffenen weder besonders aufgeregt sind, noch sich körperlich angestrengt haben. Die Betroffenen schwitzen anfallsartig, meist an bestimmten Stellen – seltener sind Schweißattacken am ganzen Körper. Nachts haben die Betroffenen keine Beschwerden.

Wer immer wieder tropfnass ist und meist am ganzen Körper schwitzt, dazu noch andere Beschwerden hat, leidet möglicherweise an einer sekundären Hyperhidrose. Sie tritt entweder bei einer körperlichen Veränderung und Belastung oder bei psychischen Erkrankungen auf.

Nachtschweiß

Oft sind die Auslöser von Nachtschweiß harmlos und mit veränderten Schlafgewohnheiten und Stressabbau gut zu behandeln. Häufige und heftige nächtliche Schweißausbrüche sind jedoch immer ein Grund, einen Arzt aufzusuchen, vor allem, wenn andere Beschwerden wie Schmerzen, Fieber, Gewichtsverlust dazukommen. Vielfach sind hormonelle Schwankungen verantwortlich. Eine Reihe von Medikamenten gehört ebenfalls zu den möglichen Verursachern.

Typisch ist Nachtschweiß bei einigen Infektionskrankheiten. Das können eine Virus-Grippe oder eine Herzinnenhautentzündung sein. Auch Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Gefäßentzündungen können sich in Nachtschweiß äußern. Tuberkulose und neurologische Erkrankungen sowie Schlafapnoe kommen ebenfalls infrage.

Schwitzen Männer mehr?

Männer schwitzen mehr als Frauen, sagt man. Eine australische Studie hat nun ergeben, dass das Geschlecht einen viel geringeren Einfluss auf die Schweißproduktion hat als bisher angenommen. Viel entscheidender sei die Körpergröße und -form: Kleinere Menschen schwitzen weniger als größere.

Pflanzliche Helfer

Zur erfolgreichen und schonenden Bekämpfung von übermäßigem Schwitzen hat sich der Einsatz der Arzneipflanze Salbei bewährt. Die wichtigsten Wirkstoffe des Salbeis sind die Gerbstoffe (vor allem die Rosmarinsäure), die in den Blättern der Pflanze enthalten sind. Der allseits bekannte Wiesensalbei enthält weniger Wirkstoffe und wird pharmazeutisch nicht verwendet.

Salbei Heilpflanze - © Shutterstock
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Um eine rasche Wirkung zu erzielen, können daher spezielle Extrakte aus Salbei hilfreich sein, in denen die Wirkstoffe der Salbeiblätter angereichert vorliegen und die in der Apotheke erhältlich sind.

Homöopathische Helfer

Bei übermäßigem Schwitzen kann Homöopathie helfen. Sambucus nigra (Schwarzer Holunder) wird eingesetzt, wenn man nachts und nach dem Aufwachen stark schwitzt.

Auch wenn das Schwitzen hormonelle Ursachen hat, etwa in den Wechseljahren oder während der Menstruation, hält die Homöopathie eine Lösung bereit. In diesem Fall ist Aristolochia (Osterluzei) das Mittel der Wahl.

Deodorant oder Antitranspirant

Grundsätzlich wird zwischen Deodorants und Antitranspirantien unterschieden. Reine Deodorants, die nur Parfums oder Parfumstoffe enthalten, überdecken lediglich den Geruch, auf die Schweißmenge selbst haben sie keinen Einfluss. Antitranspirantien hingegen enthalten Substanzen, die die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verstopfen.

Aluminium

Seit Jahren vermutet man, dass Deos mit Aluminiumsalzen ein Risikofaktor für Brustkrebs und Demenz sein könnten. Genfer Forscher zeigten, dass Aluminiumkonzentrationen bei Mäusen Tumore hervorrufen können. Die Gefahren von Aluminium, die immer wieder für mediales Aufsehen sorgen, sind wissenschaftlich nicht unumstritten.

von der Apothekerin

  • Verzichten Sie auf Kaffee, Alkohol und scharf gewürzte Speisen – diese regen die Schweißbildung an.
  • Trinken Sie viel.
  • Eiskalte Getränke bringen den Körper ins Schwitzen, da er Energie aufbringen muss, um sich aufzuheizen, – deshalb besser lauwarm.