Schnuller Baby - © Shutterstock

Baby-Schnuller: Das ist zu beachten

Was einen guten Schnuller ausmacht, wie man ihn reinigt, wann man ihn abgewöhnt und mehr.

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Nuckeln und Saugen gehört zum Leben von Babys dazu. Ein Schnuller ist deshalb aber nicht unbedingt notwendig. Ob Eltern einen Schnuller verwenden, ist eine persönliche Entscheidung. So mancher Säugling kommt auch bestens ohne ihn aus.

Andererseits wirkt so ein Schnuller beruhigend auf das Baby und kann als praktische Einschlafhilfe dienen. Es wird geschätzt, dass 60 bis 80 Prozent der Babys in den Industrieländern zwischen ihrem ersten und sechsten Lebensmonat einmal einen Schnuller angeboten bekommen.

Was ist besser: Schnuller oder Daumen?

Da der Daumen nicht besonders kiefergerecht geformt ist, kann es eher zu Fehlstellungen des Kiefers kommen. Deshalb ist ein Schnuller vorzuziehen. Auch ist es viel schwieriger einem Kind das Daumenlutschen abzugewöhnen als das Schnullern.

Was zeichnet einen guten Schnuller aus?

  • Der Schnuller soll in Form und Größe für den Mund Ihres Kindes geeignet sein.
  • Der Schnuller hat eine dem Gaumen angepasste Form, also ein abgeflachtes, weiches Saugteil an beiden Seiten und eine schmale Auflage für die Kieferleisten und die Lippen.
  • Optimal sind Löcher im so genannten „Schild“.
  • Ein guter Schnuller verfügt auch über einen Ring, an dem er an Babys Jäckchen angebunden werden kann, sodass er nicht dauernd auf den Boden fällt.

Wie verwendet man einen Schnuller?

Schnuller Baby Nahaufnahme - © Shutterstock
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  • Geben Sie Ihrem Kind den Schnuller nur dann, wenn Sie sicher sind, dass es ihn auch wirklich möchte. Vielleicht soll ein anderes Bedürfnis gestillt werden.
  • Der Schnuller sollte eher selten und möglichst kurz gegeben werden ‒ das Saugbedürfnis ist häufig schon nach wenigen Minuten gestillt.
  • Nehmen Sie den Schnuller nach dem Einschlafen aus dem Mund Ihres Kindes. Viele Kinder spucken den Schnuller von selbst nach ca. 20 Minuten Tiefschlaf aus.
  • Sprechen sollte Ihr Kind besser ohne Schnuller.
  • Liegen in der Wohnung mehrere Schnuller griffbereit herum, so wird Ihr Kind dazu verführt, den Schnuller öfter zu verwenden als es vielleicht notwendig ist. Ein Schnuller sollte ausreichend sein.

Schnuller aus Silikon oder aus Latex nehmen?

Baby-Schnuller aus Latex und Schnuller aus Silikon - Ein Schnuller aus Latex (links) und ein Schnuller aus Silikon. - © Shutterstock
Ein Schnuller aus Latex (links) und ein Schnuller aus Silikon. © Shutterstock

Schnuller bestehen entweder aus Silikon oder aus Latex. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile:

  • Latex ist im Vergleich zu Silikon reiß- und zugfester.
  • Bei Latex handelt es sich um ein Naturmaterial (Naturkautschuk), das sich angenehm weich anfühlt.
  • Latex hat eine bräunliche Färbung, Silikon ist durchsichtig.
  • Durch häufiges Auskochen wird Latex schneller porös. Es wird empfohlen Latex-Schnuller alle vier bis sechs Wochen auszutauschen. Silikon hält häufiges Auskochen problemlos aus.
  • Silikon-Schnuller werden aus sehr strapazierfähigem Kunststoff hergestellt. Trotzdem sind sie weniger elastisch als Latex und reißen eher ein. Bei einem Riss besteht die Gefahr, dass ein Stück abbricht und vom Kind verschluckt wird.
  • Silikon-Schnuller sind meist nur in den Größen 1 und 2 erhältlich. Wenn Babys bereits einen Zahn haben, sind Latexschnuller die bessere Wahl.

Welche Schnullergröße ist passend?

Latex-Schnuller gibt es in den Größen 1 bis 3. Die Größe orientiert sich an dem Baby-Alter in Monaten. Silikon-Schnuller sind nur in den kleinen Größen erhältlich. Bei älteren Kindern sind Latex-Schnuller die bessere Wahl, da sie nicht so einfach durchgebissen werden können.

Sind Schadstoffe im Schnuller?

Beim Schnuller-Kauf sollte man darauf achten, dass der Schnuller kein Bisphenol A (BPA) enthält. Dieser Schadstoff ist hormonell wirksam und wird mit einer Reihe von Krankheiten in Verbindung gebracht, die erst im späteren Leben auftreten.

Wie reinigt man den Schnuller?

Einen Schnuller sollte man noch vor der ersten Benutzung sterilisieren; außerdem immer, wenn er schmutzig ist, herunterfällt oder ihn ein anderes Kind im Mund hatte. Kochen Sie ihn lieber einmal zu viel als einmal zu wenig aus.

Es gibt drei übliche Methoden, um einen Schnuller zu reinigen:

  1. Auskochen: Bringen Sie in einem kleinen Topf Wasser zum Kochen und legen Sie den Schnuller ca. zehn Minuten lang hinein. Der Schnuller muss komplett mit Wasser bedeckt sein. Damit das klappt, sollten Sie vorher die Luft aus den Hohlräumen drücken und ihn dann vollständig untertauchen.
  2. Heißer Dampf: Für die Schnuller-Desinfektion mit heißem Dampf benötigen Sie ein spezielles Gerät, dass Sie im Baby-Fachhandel bekommen: den Vaporisator. Der heiße Wasserdampf desinfiziert gründlich und das Gerät schont durch seine integrierte Zeitschaltung das Material. Wenn man Schnuller nämlich zu lange erhitzt, werden sie klebrig und porös.
  3. Kalt-Desinfektion: Hierbei wird der Schnuller in eine Lösung gelegt, der vorher eine Chemikalie zugefügt wurde, die Keime abtötet. Das Problem bei dieser Methode: Chemische Rückstände können sich am Schnuller ablagern und so vom Baby aufgenommen werden.

Vorsicht:

Viele Mütter schlecken den Schnuller aus Hygienegründen ab, bevor sie ihn dem Baby geben. Damit können aber Pilze (vor allem Soor) von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

Zwar ist das Risiko nicht besonders hoch, besser ist es dennoch, den Schnuller und andere Gegenstände, die das Baby in den Mund nimmt, abzuwaschen.

Worauf sollte man bei Schnullerketten achten?

Schnullerkette Baby - © Shutterstock
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Schnullerketten sind eine praktische Erfindung, aber: Schnullerketten sollten nicht selbst gebastelt werden. Es besteht sonst nämlich die Gefahr, dass sich das Kind bei einer Überlänge stranguliert. Ketten, die im Handel erhältlich sind, unterliegen strengen Normen, was Länge und Material betrifft.

Meist bestehen Sie aus Holz oder Plastik, haben Verschlüsse, die man an der Kleidung des Kindes befestigt, und sind nie länger als 22 cm.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass sich aus der Kette keine kleinen Einzelteile lösen können. Deshalb sollte man die Kette auch unbedingt entsorgen, wenn sie beschädigt ist.

Außerdem ist für die Aufbewahrung des Schnullers ein sauberer Behälter von Vorteil, wenn man unterwegs ist.

Zahnfehlstellungen vermeiden – Wann es an der Zeit ist, den Schnuller wieder loszuwerden:

Flachere und breitere Schnuller sind besser für den Kiefer. Schnuller können zu einer Fehlstellung der Zähne führen. Bis Veränderungen am Kiefer durch das Schnullern entstehen, dauert es aber seine Zeit. Mögliche Verschiebungen gelten in den ersten drei Jahren als reversibel.

Das Abgewöhnen des Schnullers kann mühsam sein. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr sollte man ihn aber loswerden. Am besten ist es, wenn das Kind den Schnuller freiwillig hergibt. Dann wird ihm die Umgewöhnung leichter fallen.

Eltern sollten behutsam vorgehen und das Kind langsam auf den Abschied vom Schnuller vorbereiten. Bieten Sie dem Kind den Schnuller nicht mehr aktiv an und verbannen Sie ihn aus dem Sichtfeld.

Achten Sie darauf, dass die Entwöhnung in einer stressfreien Zeit stattfindet. Manche gehen Schritt für Schritt vor und verbannen den Schnuller erst einmal in bestimmten Bereichen (etwa nur zuhause). Andere sagen dem Schnuller hochoffiziell mit einer eigenen Zeremonie Adieu, in der sich das Kind von ihm verabschiedet. Oder es kommt die „Schnuller-Fee“ vorbei, um den Schnuller abzuholen und dafür ein kleines Geschenk dazulassen. Wie man sieht, sind der Fantasie hierbei keine Grenzen gesetzt.

Autoren: red / Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA