Häufig gibt es Alternativen.

Artikel drucken

Vielleicht ist es Ihnen schon passiert, dass Ihr gewohntes Arzneimittel durch einen Lieferausfall beim Hersteller nicht erhältlich war und Sie von Ihrem Apotheker gefragt wurden, ob er Ihnen einen adäquaten Ersatz eines anderen Pharmaherstellers anbieten darf. Solche Lieferengpässe sind früher seltene Ausnahmen gewesen, häufen sich aber seit einiger Zeit merklich.

Was steckt dahinter?

Mit dem Zusammenwachsen der Nationalstaaten in der EU und durch den wirtschaftlichen Druck der Krankenkassen ging die Zahl an Produktionsstätten zurück, wobei die Hersteller sinkende Preise durch größere Produktionseinheiten kompensieren. Heute decken meist einige wenige Arzneimittelfabriken den größten Teil des Bedarfs an einem Medikament ab, im Extremfall eine einzige den europäischen Gesamtbedarf.

Fällt eine Anlage aus, kann nicht wie früher eine andere Firma einspringen, weil keine Reservekapazitäten vorhanden sind. Bei Schilddrüsenpräparaten, Hormonen, Zytostatika und Impfstoffen sind die Alternativen besonders beschränkt und die Suche nach teils (lebens-)notwendigen Alternativen mühsam.

vom Apotheker

  • Jeder Arzneimittelkonsument sollte seinen Arzneimittelvorrat zu Hause im Auge behalten und sich das notwendige Rezept für die Fortsetzung der Therapie nicht erst im letzten Augenblick beim Arzt besorgen. Welche Medikamente bei Versorgungsengpässen kritisch sind, kann Ihnen Ihr Apotheker nach einem Blick auf das Rezept sagen.
  • Außerdem bestehen mancherlei Kompensationsmöglichkeiten. Die Apotheker wissen, welche Stärken zum Beispiel teilbar sind und durch Halbierungen die von Ihnen benötigte Dosierung abdecken können. In anderen Fällen kann man statt der nicht lieferbaren Tabletten ein wirkstoffhaltiges Pflaster einsetzen, oder statt einer Schmelztablette eine gewöhnliche Tablette.
  • Zudem wird Ihr Apotheker alles daran setzen, Ihr Arzneimittel doch noch zu besorgen. Rechnen Sie mit unserer tatkräftigen Unterstützung beim Aufspüren von Auswegen.