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Laborwerte verstehen

Was bedeutet der Östradiol-Wert?

Die Östrogene sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone. Die Gruppe der Östrogene umfasst Östron, Östradiol und Östriol. Diagnostisch relevant ist besonders das Östradiol.

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Gesteuert wird die Östradiol- Ausschüttung von Zentren in der Hirnanhangsdrüse und dem Hypothalamus. Die Ausschüttung durch die Eierstöcke ist keineswegs gleichmäßig, sondern abhängig von der Zyklusphase der Frau. Bei der Beurteilung des Östradiolspiegels im Blut muss daher berücksichtigt werden, in welcher Zyklusphase die Blutabnahme erfolgt ist.

Ein Östradiol-Gipfel ist kurz vor dem Eisprung zu beobachten. Es ist daher wichtig, wann das Blut abgenommen wird! Die wichtigsten Aufgaben von Östradiol bzw. den Östrogenen sind: Wachstum der weiblichen Geschlechtsorgane, Knochenwachstum und -bildung, die für Frauen typische Fettverteilung und Wachstum der Gebärmutterschleimhaut.

Wann wird der Östradiol-Wert bestimmt?

Man bestimmt Östradiol im Blut bei Verdacht auf Funktionsstörungen der Eierstöcke (zum Beispiel bei abnormen Regelblutungen), bei unerfülltem Kinderwunsch, zur Kontrolle einer Fruchtbarkeitsbehandlung, bei zu früher oder ausbleibender Pubertät oder zur Kontrolle einer Hormonbehandlung.

Referenzwerte  
Follikelphase (1. Zyklushälfte) 25 - 200 ng/l

Ovulationsphase (um 14. Zyklustag)

150 - 300 ng/l
Lutealphase, Mitte (Mitte der 2. Zyklushälfte) 80 ng/l
Nach dem Wechsel (Postmenopause) 20 ng/l

 

 

 

 

 

 

Was bedeuten abweichende Werte?

Für eine Erhöhung der Östradiol-Werte kommen eine vorzeitige Pubertät, Schwangerschaft, eine Überdosierung östrogenhaltiger Medikamente, der Beginn des Wechsels oder ein hormonproduzierender Tumor in Frage. Bei Männern sind bei massiver Adipositas oder bei Leberzirrhose die Serumspiegel des Östradiols erhöht.

Für niedrige Östradiol-Werte können Erkrankungen der Eierstöcke, Störung der Regulationsmechanismen der Östrogenproduktion, Einnahme von Ovulationshemmern (Anti-Baby-Pille), Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und Erkrankungen oder auch Störungen des Hypothalamus verantwortlich sein.