Zäpfchen - © Shutterstock

Arzneiformen: Das Zäpfchen

Zäpfchen sind unter ihren Anwendern nicht sonderlich beliebt, bieten jedoch viele Vorteile. Mit Anwendungstipps.

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Was ist ein Zäpfchen eigentlich genau?

Zäpfchen, auch Suppositorien genannt, sind einzeldosierte Arzneizubereitungen. Als Grundmasse wird unter anderem Hartfett verwendet. Der Wirkstoff ist gleichmäßig in der Grundmasse verteilt. Bei Körpertemperatur schmilzt das Zäpfchen, löst sich auf und gibt den Wirkstoff frei.

Gut zu wissen:

  • Zäpfchen sollten in kühler und trockener Umgebung aufbewahrt werden (unter 25°C). Bei sommerlichen Temperaturen werden Sie am besten im Kühlschrank aufbewahrt.
  • Aus hygienischen Gründen wird die Verwendung von Einmalhandschuhen oder Fingerlingen empfohlen (in der Apotheke erhältlich).
  • Manche Menschen empfinden nach dem Einführen eines Zäpfchens starken Stuhldrang. Das kann abgemildert werden, indem man das Zäpfchen mit dem stumpfen Ende voran einführt.
  • Das Teilen von Zäpfchen ist nicht vorgesehen.

Wann werden Zäpfchen eingesetzt?

Zäpfchen sind zur Einführung in den Mastdarm (Rektum) bestimmt. Grundsätzlich wird zwischen einer lokalen und einer systemischen Anwendung unterschieden:

  • Beispiele für die lokale Anwendung sind Abführmittel und Hämorrhoidalzäpfchen. Sie sollen direkt am Mastdarm oder Darmausgang wirken. Mehr Infos zur Anwendung von Zäpfchen bei Hämorrhoiden erhalten Sie unter diesem Link.
  • Bei Schmerzen oder Fieber kommt es zur systemischen Anwendung. Der Wirkstoff wird über die Schleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen.
  • Vaginalzäpfchen sind zum Einführen in die Scheide bestimmt und wirken in der Regel lokal – zum Beispiel empfängnisverhütend oder antimikrobiell.

Welche Vorteile haben Zäpfchen?

  • Zäpfchen müssen nicht geschluckt werden. Daher sind sie vor allem bei Patienten mit Schluckbeschwerden oder Kindern, die Tabletten ablehnen, eine große Hilfe.
  • Zäpfchen umgehen den so genannten First-Pass-Effekt: Arzneimittel, die geschluckt werden, gelangen in die Leber und werden dort oftmals abgebaut, bevor sie wirken können. Da Zäpfchen nicht von Magen, Darm und Leber aufgenommen werden, setzt ihre Wirkung schneller ein.
  • Zäpfchen sind auch eine Option, wenn der Betroffene unter Übelkeit und/oder Erbrechen leidet.

Wie wird ein Zäpfchen angewendet?

Frau hält ein Zäpfchen in der Hand - © Shutterstock
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  1. Waschen Sie sich gründlich die Hände.
  2. Sie können das Zäpfchen unmittelbar vor dem Einführen kurz in warmes Wasser tauchen – verwenden Sie aber keine Cremes oder Öle zum Einführen. Das könnte die Wirkung des Zäpfchens verringern.
  3. Suchen Sie vor dem Einführen möglichst noch einmal die Toilette auf, damit der Enddarm leer ist.
  4. Begeben Sie sich in Seitenlage, ziehen Sie die Beine leicht an.
  5. Führen Sie das Zäpfchen mit der abgerundeten Seite voran in den After ein.
  6. Bleiben Sie nach dem Einführen des Zäpfchens noch ein paar Minuten liegen und kneifen Sie die Pobacken zusammen. So wird verhindert, dass das Zäpfchen beim Aufstehen gleich wieder herausrutscht.