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Erkältung oder echte Grippe?

Jährlich erkranken weltweit zwischen 10 und 15 Prozent der Bevölkerung an der echten Grippe. Aber woran erkennt man den Unterschied zur Erkältung und was kann man gegen eine echte Grippe tun?

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Bei der echten Grippe (Influenza) handelt es sich um jene Grippe, gegen die geimpft werden kann. Die Viruserkrankung tritt meist im Winterhalbjahr auf und kann vor allem bei Kindern sowie Älteren und chronisch Kranken zu schweren Krankheitsverläufen führen.

Die Ansteckung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen etc.). Das Virus wird in die Lunge eingeatmet, setzt sich dort fest und vermehrt sich. Die Folge ist eine Entzündung der Atemwege. Nach ein bis drei Tagen entwickelt sich das typische Krankheitsbild.

Erkrankte sind ein bis zwei Tage vor und bis zu sieben Tage nach Auftreten der Symptome ansteckend.

Typisch für eine echte Grippe ist das plötzliche Einsetzen schwerer Symptome. Im Vordergrund stehen Allgemeinsymptome wie Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche sowie Appetitlosigkeit. Weiters treten trockener Husten und Halsschmerzen auf. Bei Kindern kommt es häufig auch zu Übelkeit und Erbrechen. Sie sollten unbedingt zum Arzt gehen.

Die Krankheitsdauer beträgt meist sieben bis 14 Tage, ein allgemeines Schwächegefühl und Appetitlosigkeit können jedoch noch über Wochen hinaus andauern.

Wie äußert sich ein grippaler Infekt?

Eine Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) beginnt in der Regel nicht so akut wie eine Virusgrippe. Vielmehr dauert es Tage, bis die Symptome allmählich zum „Vollbild“ angewachsen sind. Das Fieber ist meist nicht so hoch und ein Schnupfen gehört eigentlich immer dazu. Das Krankheitsgefühl ist geringer als bei einer echten Grippe.

Die Behandlung einer echten Grippe

Meist erfolgt die Behandlung einer Influenza symptomatisch. Es werden fiebersenkende beziehungsweise schmerzstillende und hustendämpfende Medikamente eingesetzt. Bettruhe ist anzuraten, da eine Grippe eine große Belastung für den Körper darstellt.

Zur Therapie der Grippe steht auch ein Medikament zur Verfügung, das direkt gegen das Virus wirksam ist. Es muss aber möglichst rasch, auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome, vom Arzt verschrieben werden. Das Medikament kann auch die Ausbreitung des Virus begrenzen.

Warum hilft kein Antibiotikum?

Leider verschreiben Ärzte bei viralen Infekten manchmal Antibiotika, obwohl diese hier nichts ausrichten können. Bei viral bedingten Infekten können nämlich nur die Symptome (Halsschmerzen, Schnupfen, etc.) behandelt werden.

Da ein Antibiotikum nur bei bakteriellen Infekten hilft, ist es bei einer echten Grippe unnötig. Auch bei Erkältungen sind meist Viren am Werk.

Zu bakteriell bedingten Erkältungen kommt es nur selten. Es kann sein, dass Bakterien im Laufe eines viralen Infekts dazukommen, wenn die Atemwege bereits von Viren geschwächt sind. Im Volksmund spricht man dann davon, eine Erkältung „verschleppt“ zu haben. Wenn das passiert, sollte man sich vom Arzt untersuchen lassen.

Die Grippe-Impfung

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Der Impfstoff besteht aus abgetöteten oder abgeschwächten Virusbestandteilen und wird vom Arzt verabreicht. Dieser entscheidet auch, ob jemand nicht gegen Grippe geimpft werden sollte, zum Beispiel Allergiker.

Die Impfung ist sehr gut verträglich. Der Schutz beginnt etwa eine Woche nach der Impfung; zwei Wochen später besteht dann voller Impfschutz. Da sich Grippeviren ständig verändern, sollte die Impfung jährlich erneuert werden. Der Impfstoff wird nämlich jedes Jahr an die sich ändernden Virusstämme angepasst.

Auch bei Schwangeren ist die Impfung ohne erhöhtes Risiko möglich. Da Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode mit einer erhöhten gesundheitlichen Belastung verbunden sind, können Influenzavirus-Infektionen besonders gefährlich werden.

Autor: Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA