Hautpflege Kosmetik Creme - © Shutterstock

Hautpflege von Pflegebedürftigen

Regelmäßige und behutsame Hautpflege ist hier besonders wichtig. Empfindliche und trockene Haut macht den meisten Betroffenen zu schaffen.

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Im höheren Lebensalter, bei Bettlägerigkeit beziehungsweise bei körperlichen Beeinträchtigungen ist der Bedarf für Hautpflege erhöht. Denn die Haut verliert an Festigkeit und Elastizität: sie wird dünner, faltiger und trockener. Dadurch wird die Haut leider auch anfälliger für Verletzungen und Infektionen. Bei mangelnder Hygiene können zudem wunde und entzündete Stellen auftreten, bis hin zu einem Druckgeschwür.

Um die Haut ausreichend zu pflegen und zu schützen, sollten regelmäßig öl- und fetthaltige Lotionen oder -cremes aufgetragen werden. Damit können auch Beschwerden wie Trockenheit und Juckreiz gelindert werden. Besonders trocken sind meist die Füße, Beine, Hände und Arme. Grundsätzlich sollte der gesamte Körper mindestens einmal täglich eingecremt werden. Ist die Haut sehr trocken, sollte zweimal oder mehrmals täglich gecremt werden.

Offene oder entzündete Stellen sollten aber ausgespart werden. Bitte wenden Sie hier keine Cremes an. Offene Wunden sollte man „atmen“ lassen.

Verwenden Sie bei pflegebedürftigen Menschen keine parfümierten Produkte, da deren Haut durch das ständige Liegen ohnedies schon stark gereizt ist. Ebenfalls ungeeignet sind Cremes mit ätherischen Ölen oder auf Alkoholbasis. Verzichten Sie auch auf Produkte, die die Poren verstopfen. Cremes mit Urea, Glycerin oder Milchsäure tun trockener Haut gut.

Gehen Sie mit geschädigten Hautstellen behutsam um. Wichtig: Kein Ziehen oder Quetschen! Das könnte die Haut weiter schädigen und eine Infektionsquelle zur Folge haben.

Anwendungstipps:

  • Sorgen Sie für eine angenehme Raumtemperatur, schließen Sie ggf. Fenster, damit keine Zugluft entsteht.
  • Waschen Sie sich vor dem Auftragen von Hautpflegeprodukten die Hände.
  • Erwärmen Sie die Produkte vor der Anwendung mit der Hand.
  • Tragen Sie die Produkte reichlich auf und verteilen Sie sie gleichmäßig auf der Haut.
  • Bitte keine starke Reibung und nur wenig Druck.
  • Lassen Sie die Creme, Lotion, etc. zehn Minuten lang einwirken, bevor die Haut wieder bedeckt wird.
  • Bei Hautschädigungen, die durch Urin- oder Stuhlinkontinenz auftreten, können Hautschutzcremes helfen, die Haut vor Feuchtigkeit und aggressiven Stoffen im Urin und Stuhl zu schützen. Fragen Sie am besten Ihren Apotheker nach einem geeigneten Produkt (zum Beispiel eine Zinkpaste).
  • Verwenden Sie Einmal-Handschuhe, falls Sie Salben oder Lotionen mit medizinischen Wirkstoffen auftragen.

Für Pflegepersonen gilt:

Achten Sie auf Ihre Hände! Durch den ständigen Kontakt mit Reinigungsprodukten, Desinfektionsmitteln etc. kann es leicht zu trockener Haut, Reizungen und Entzündungen kommen.

Wann zum Arzt?

Jede Art der krankhaften Hautveränderung sollte umgehend mit einem Arzt besprochen werden, um Schlimmeres zu verhindern.

Holen Sie sich Rat, wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Veränderungen feststellen: Verfärbungen, blutige oder rissige Stellen, Wunden, Druckstellen, unangenehmen Geruch, Pickel oder Entzündungen, die nicht heilen wollen.