Haarausfall - © Shutterstock

Alopezie: Zum Haare raufen ...

Haarverlust betrifft sehr viele Menschen – auch Frauen leiden darunter. Haarausfall ist keine schwere Krankheit, wirkt sich jedoch stark auf das Selbst- und Fremdbild aus. Vor allem der Haarausfall bei Frauen ist nach wie vor ein Tabuthema.

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Jeder Mensch verliert täglich bis zu 100 Haare. Doch wenn sich kahle Stellen auf der Kopfhaut zeigen, deutet das auf übermäßigen Haarausfall hin. Dieser Umstand wird medizinisch als Alopezie bezeichnet. Es werden hauptsächlich drei Haarausfall-Typen unterschieden:

  1. Hormonell bedingter Haarausfall (Alopecia androgenetica)
  2. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
  3. Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

Hormonell bedingter Haarausfall

Ungefähr 90 Prozent aller Haarausfälle sind dieser Kategorie zuzuordnen. Bei Männern äußert sich das in den bekannten „Geheimratsecken“. Durch die Überempfindlichkeit verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare und sie beginnen frühzeitig auszufallen. Dieser Haarausfall kann auch relativ früh einsetzen, unter Umständen schon vor dem 20. Lebensjahr.

Die Behandlung

Bei Männern wird der androgenetische Haarausfall meist zuerst mit speziellen Lösungen behandelt. Qualifizierte Beratung erhalten Sie in der Apotheke. Die Therapie zeigt bei 50 bis 60 Prozent der Betroffenen nach einem halben bis dreiviertel Jahr Ergebnisse. Wenn diese Behandlung nicht zielführend ist, kann ein Präparat mit dem Inhaltsstoff Finasterid verordnet werden. Es unterbindet eine hormonelle Umwandlung in den Haarwurzelzellen selbst. Auch hier müssen Betroffene das Mittel mindestens ein Jahr lang einnehmen, bevor sich ein Erfolg einstellten kann.

Kreisrunder Haarausfall

Diese Art tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen aller Altersstufen auf, wobei Frauen im Vergleich öfter betroffen sind. Es wird geschätzt, dass ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung darunter leiden. Dieser Haarausfalltyp ist durch plötzlich entstehende, kahle Kreise am Haupthaar gekennzeichnet.

Man vermutet, dass eine Fehlsteuerung des Immunsystems der Auslöser ist. Zudem wird vermutet, dass Abwehrzellen des Körpers die körpereigenen Haarzellen angreifen. Dieser Typ tritt auch gelegentlich bei Diabetes und Schilddrüsenfunktionsstörungen auf.

Die Behandlung

Die Therapie des kreisrunden Haarausfalls ist vielfältig. Äußerlich können Cremen oder Lösungen angewendet werden. Ebenso hat sich in vielen Fällen die zusätzliche Gabe der Spurenelemente Zink, Selen und Eisen bewährt. In vielen Fällen heilt die Erkrankung spontan ab, sie kann aber auch ein Leben lang halten.

Tipp:

Betroffene von kreisrundem Haarausfall können sich in der Selbsthilfegruppe Alopecia Areata Austria austauschen. Viele weitere Informationen gibt es auch auf der deutschen Website Kreisrunderhaarausfall.de.

Diffuser Haarausfall

Hier findet gleichzeitig sowohl im vorderen als auch im seitlichen und hinteren Kopfbereich eine diffuse Haarlichtung statt. Die Haardichte kann dabei so weit ausdünnen, dass die Kopfhaut durchschimmert.

Die Haarlichtung wird meist von einem Eisenmangel oder medikamentösen Nebenwirkungen (zum Beispiel bei der Einnahme von Antidepressiva) hervorgerufen. Weitere Auslöser können Infektionen, Mangelernährung, hormonelle Umstellungen während und nach einer Schwangerschaft oder auch Stress sein.

Die Behandlung:

Die Therapie des diffusen Haarausfalls richtet sich nach der jeweiligen Ursache des Haarverlusts. Damit sich die Haarwurzeln erholen können, müssen die zugrundeliegenden Erkrankungen therapiert werden. Wird die Ursache behandelt, ist die Prognose gut.

Nahrungsergänzungsmittel sind für diffuse Haarausfälle ratsam, bei denen aufgrund der Blutanalyse keine wirkliche Ursache gefunden werden kann. Präparate, die den Vitamin-B-Komplex, Zink, bestimmte Aminosäuren und Kieselsäure enthalten, und die vier bis sechs Monate eingenommen werden, sind hier durchaus hilfreich.