Mann Idee - Bei Männern nimmt die Hormonproduktion im Alter nicht schlagartig ab wie bei den Frauen. Es ist viel mehr ein sehr individueller und schleichender Prozess. - © Shutterstock

Andropause: Die Wechseljahre des Mannes

Frauen können ab 45 in ihre Menopause kommen – das wissen wir. Viel unbekannter ist hingegen, dass sich auch der männliche Körper verändert. Der Mann durchlebt etwas, was den „Wechseljahren“ der Frau durchaus ähnlich ist. Die so genannte „Andropause“ wird in unserer Gesellschaft bisher nur wenig thematisiert.

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Die Wechseljahre von Frau und Mann weisen bestimmte Unterschiede auf. Die Frau erlebt einen schnellen Abfall der Geschlechtshormone – ihre Menstruation bleibt aus. Bei Männern sinkt eine Vielzahl von Hormonen (Testosteron, Wachstumshormon, Östrogene) langsam und kontinuierlich ab. Auch nach der Andropause können Männer noch fruchtbar sein. Der alternde Mann durchlebt jedoch Symptome, die denen der Menopause ähnlich sind.

Typische Symptome sind Erschöpfungszustände, Nervosität und vermehrte Reizbarkeit, Unruhe, übermäßige Sorgen, Depressionen, Herzbeschwerden, starkes Schwitzen, Kopfschmerzen, Knochenschwund bzw. Osteoporose, Haarausfall, Trockenheit der Schleimhäute, vermindertes sexuelles Verlangen oder Erektionsprobleme.

Die Andropause verläuft nicht bei jedem Mann gleich, im Gegenteil: Manche spüren kaum Veränderungen, andere leiden stark unter den Symptomen. All diese Beschwerden treten bei den Männern statistisch gesehen fünf Jahre später auf. Bei den Frauen passiert es etwa ab 50, bei den Männern ab 55 Jahren.

Sind Sie betroffen?

Wenn Sie die Fragen 1 oder 7 oder drei andere Fragen mit „Ja” beantworten können, befinden Sie sich möglicherweise in der Andropause:

  1. Leiden Sie unter einem Libidoverlust (weniger Lust auf Sex)?
  2. Fühlen Sie sich energielos?
  3. Haben Sie das Gefühl weniger kräftig bzw. weniger ausdauernd zu sein als früher?
  4. Haben Sie an Körpergröße abgenommen?
  5. Haben Sie weniger „Freude am Leben”?
  6. Sind Sie häufiger niedergeschlagen und/oder missmutig?
  7. Sind Ihre Erektionen nicht mehr so stark wie früher?
  8. Haben Sie in der jüngeren Vergangenheit bemerkt, dass Sie beim Sport nicht mehr so „leistungsfähig” sind?
  9. Schlafen Sie nach dem Essen jetzt leicht ein?
  10. Haben Sie in der letzten Zeit bemerkt, dass Ihre Leistungsfähigkeit im Beruf abgenommen hat?

Therapie notwendig?

Von einer Hormonersatz-Therapie wird abgeraten (außer bei strengster Diagnosestellung), da man deren Nebenwirkungen nicht genau abschätzen kann. Pflanzliche Präparate sind das Mittel der ersten Wahl. Ganz wichtig sind hier die natürlichen Alpha-Reduktase-Hemmer – zum Beispiel in Kürbiskernen oder Sägepalme enthalten. Sehr gut gesichert durch große Studien ist die Wirksamkeit von Selen. Auch das in Paradeisern sehr konzentrierte Lycopin ist eine wichtige Substanz für den Mann. Zudem wird eine sojareiche Ernährung empfohlen.

Eine gesunde Lebensführung (ausgewogene Ernährung, ausreichend viel körperliche Betätigung) sowie Rezepturen mit Johanniskraut oder Baldrian, Akupunktur, Homöopathie und Entspannungsmethoden können ebenfalls unterstützen.

Vorsichtig sollte „Mann” bei der Einnahme von potenzsteigernden Mitteln sein – besprechen Sie das unbedingt zuvor mit einem Arzt, er - und Ihr Apotheker - werden Sie bezüglich der Anwendung, Wirkung, aber auch möglicher Nebenwirkungen ausführlich beraten.