Intimhygiene Frau - Fast jede Frau erkrankt in ihrem Leben einmal oder öfter an einer Scheidenpilzinfektion. - © Shutterstock

Intimhygiene: Zu viel oder zu wenig?

Scheideninfektionen oder auch Blasenentzündungen entstehen sowohl durch mangelnde, als auch durch zu viel Hygiene. Wie viel Reinlichkeit ist nützlich – und wie viel ist übertrieben?

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Eine gesunde Scheide ist dicht mit Bakterien – vor allem mit Milchsäurebakterien – besiedelt. Diese natürliche Scheidenflora übernimmt eine bedeutende Funktion in der Abwehr von schädlichen Bakterien und Pilzen. Der pH-Wert einer gesunden Scheide liegt bei etwa 4,4. Diese saure Umgebung bietet fremden Keimen schlechte Lebensbedingungen und ist auch eine schützende Barriere gegen andere Mikroorganismen. Wenn in der Scheide dieses saure Gleichgewicht gestört wird, werden die Lactobazillen in ihrer Entwicklung gehemmt und pathogene Keime können sich massiv vermehren.

Scheidenpilzinfektion

Fast jede Frau erkrankt in ihrem Leben einmal oder öfter an einer Scheidenpilzinfektion. Für ihre Entstehung ist der Hefepilz Candida albicans verantwortlich. Der Pilz liebt Feuchtigkeit und rund 37 Grad Körpertemperatur. Ein weißer, krümeliger Ausfluss, starker Juckreiz, Brennen und Rötungen sind typische Symptome. Für eine gesunde Scheidenflora sind deshalb einige Tipps zu beachten.

Reinigung mit Maß und Ziel

Am besten reinigen Sie Ihren Intimbereich mit klarem Wasser. Wenn Ihnen das nicht genügt, sollten Sie darauf achten, ausschließlich spezielle Intim-Waschlotionen zu verwenden, die auf den sauren pH-Wert der Scheide abgestimmt sind. Diese sind in der Apotheke erhältlich.

von der Apothekerin

  • Verwenden Sie spezielle Reinigungslotionen mit saurem pH-Wert.
  • Ausgedehnte Bäder sind eher zu meiden.
  • Toilettengang: Die Reinigung erfolgt von vorne nach hinten, nicht umgekehrt.
  • Meiden Sie direkten Hautkontakt mit Saunabänken und fremden Toiletten.
  • Verwenden Sie eigene trockene Handtücher und waschen Sie diese möglichst oft und heiß. Pilzsporen können auf feuchten Handtüchern, Waschlappen etc. einige Zeit überleben.
  • Verwenden Sie nur die Hand zum Waschen.
  • Atmungsaktive Baumwollslips sind Kunstfaserwäsche vorzuziehen und sollten täglich gewechselt werden.
  • Wechseln Sie verschwitzte Sportwäsche und nasse Badebekleidung möglichst rasch.
  • Vermeiden Sie enge Hosen. Diese verursachen einen Feuchtigkeitsstau.
  • Waschen Sie Ihre Hände VOR und NACH dem Einführen des Tampons.

Oft vernachlässigt: Toilettenhygiene

Abgesehen von einer übertriebenen Intimpflege ist mangelnde Hygiene auch nicht ideal. Wer es auf der Toilette mit der Reinlichkeit nicht so genau nimmt, riskiert Infektionen.

Eine Blasenentzündung entsteht oftmals durch das falsche Abwischen nach dem Stuhlgang. Um das Eindringen von Keimen aus dem Darm in die Scheide zu verhindern, sollte bei jedem Toilettenbesuch immer von der Scheide weg in Richtung After gereinigt werden. Außerdem sollten Sie Ihre Blase nach dem Geschlechtsverkehr immer entleeren,um mögliche fremde Keime "wegzuspülen".

Bedenken Sie außerdem: Keime lauern auch auf dem Spülknopf und auf der Türklinke. Waschen Sie sich VOR und NACH dem WC-Gang die Hände. 20 bis 30 Sekunden sind nötig, damit die Keime zuverlässig verschwinden. Bevor Sie die Spülung betätigen: Schließen Sie den Klodeckel. So verhindern Sie, dass durch das Spülwasser Erreger in die Umgebung gelangen.