Übelkeit in der Schwangerschaft - In bis zu 10 Prozent aller Schwangerschaften können Übelkeit und Erbrechen bis zur Entbindung bleiben. - © Shutterstock

Schwanger: Was bei Übelkeit und Erbrechen hilft

Diese sanften Maßnahmen bringen Schwangeren Linderung. Übelkeit ist in den ersten Monaten einer Schwangerschaft die häufigste Beschwerde.

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Sind Sie schwanger? Herzlichen Glückwunsch! Vor Ihnen liegt eine unvergessliche und spannende Zeit. Eigentlich könnte man diese Zeit in voller Vorfreude genießen. Betonung auf „könnte“. Denn sehr viele Frauen leiden unter Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft. Manche, wie die britische Herzogin Kate, sogar so heftig, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Viele Schwangere sind zeitweise von Übelkeit oder Erbrechen betroffen

Die Symptome der Schwangerschaftsübelkeit beginnen normalerweise zwei bis vier Wochen nach der Befruchtung und erreichen ihren Höhepunkt zwischen der 8. und 10. Schwangerschaftswoche (SSW). Meist lösen sich die Symptome rund um die 12. SSW spontan wieder auf. Doch nicht immer.

In bis zu 10 Prozent aller Schwangerschaften können Übelkeit und Erbrechen bis zur Entbindung bleiben, was als Emesis gravidarum bezeichnet wird. In 0,3 bis 2 Prozent aller Schwangerschaften treten Übelkeit und Erbrechen mit einer extremen Intensität (öfter als fünfmal am Tag) auf, was als Hyperemesis gravidarum bezeichnet wird.

Die Symptome reichen von leichtem Unwohlsein bis hin zu schwerem Erbrechen mit Dehydratation und Elektrolytentgleisung. Das gefährliche an Hyperemesis gravidarum ist, dass Betroffene schnell einen behandlungsbedüftigen Flüssigkeitsmangel erleiden können.

Achtung:

Nach dem Erbrechen ist es wichtig, den Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen auszugleichen. Dafür sind Mineralwasser, Tee oder Gemüsebrühe geeignet. Bei stärkerem Erbrechen bieten sich Elektrolytlösungen aus der Apotheke an.

Mögliche Ursachen für Übelkeit und/oder Erbrechen:

Die Ursache für Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft ist unbekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass der Stimulus die Plazenta und nicht das Ungeborene ist.

Auch ein Vitamin-B6-Mangel, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Helicobacter-pylori-Infektion werden diskutiert, ebenso eine gesteigerte Geruchsempfindlichkeit. Auch psychische Faktoren könnten eine Rolle spielen.

Wie kann man Übelkeit und/oder Erbrechen in der Schwangerschaft therapieren?

Schwangerschaft Essen oder Snack im Bett - Vielen werdenden Müttern hilft es, wenn sie morgens gleich ein paar Bissen essen. - © Shutterstock
Vielen werdenden Müttern hilft es, wenn sie morgens gleich ein paar Bissen essen. © Shutterstock

Die Behandlung ist abhängig von der jeweiligen Symptomatik und reicht von einer Ernährungsumstellung bis zur stationären Aufnahme.

Nichtmedikamentöse Maßnahmen:

  • Meiden von Gerüchen und Speisen, die die Übelkeit auslösen.
  • Häufige kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einnehmen, „leeren Magen“ vermeiden.
  • Nach dem Essen aufrecht bleiben, nicht hinlegen.
  • Vor oder kurz nach dem Aufstehen bereits eine Kleinigkeit essen, z. B. trockene Kekse oder Weißbrot.
  • Manche Frauen berichten über gute Erfahrungen mit dem schluckweisen Trinken von einem Glas Milch oder Cola (gekühlt) oder dem Lutschen einer Zitronenscheibe.
  • Akupressur und Akupunktur werden in vielen Fällen als hilfreich empfunden.

Phytotherapie und Tees:

  • Dill, Fenchel, Hopfen, Melisse, Kamille oder Pfefferminze sind als Teedrogen empfehlenswert.
  • Ingwer sollte in der Schwangerschaft nur in „kulinarischer“ Dosis – unter 6 g pro Tag – eingenommen werden. Gegen eine Tasse Ingwertee oder ein wenig kandierten Ingwer spricht nichts. In großen Mengen steht Ingwer aber in Verdacht, Wehen auslösen zu können.
  • Tees zu therapeutischen Zwecken sollten während der Schwangerschaft nicht exzessiv getrunken werden. Als Faustregel für Schwangere gilt: max. 3 TL/Tag bzw. 3 Tassen/Tag.
  • Tees zum Durstlöschen unterliegen selbstverständlich keiner Einschränkung.

Medikamentöse Maßnahmen:

  • Hier kommen vor allem sedierende Antihistaminika zum Einsatz, zusätzlich Vitamin B6, Ingwer oder Metoclopramid. Über die medikamentöse Therapie entscheidet aber allenfalls der Arzt.

Bekommt das Baby trotzdem ausreichend Nährstoffe?

Schwangerschaft - Vorübergehende Schwangerschaftsübelkeit wirkt sich nicht auf das Baby aus. - © Shutterstock
Vorübergehende Schwangerschaftsübelkeit wirkt sich nicht auf das Baby aus. © Shutterstock

Für gewöhnlich ja! Viele Frauen sorgen sich, dass ihr Kind nicht ausreichend versorgt wird, wenn sie vorübergehend nicht normal essen können oder erbrechen müssen. In der Frühschwangerschaft ist der Bedarf des Kindes jedoch wesentlich geringer als man meinen könnte.

Wenn aber auch Flüssigkeit nicht mehr behalten werden kann, sollte in jedem Fall ein Arzt kontaktiert werden.

Fast ebenso wichtig, wie den Körper aufzubauen, ist es, die Psyche zu stärken. Die emotionale Unterstützung und gegebenenfalls psychosomatische Betreuung durch einen Psychologen ist ratsam.