Frau Blase - Eine schwache Blase kann im Alltag zu einer großen Belastung werden - nicht zuletzt, weil man in der Öffentlichkeit nur selten darüber spricht. - © Shutterstock

Wenn die Blase schwächelt

Harninkontinenz bzw. Blasenschwäche betrifft rund eine Million Österreicher. Es handelt sich dabei um ein häufiges „Frauenleiden” – über das man jedoch nur selten spricht. Mit Tipps für eine starke Blase.

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Es passiert beim Lachen, Niesen oder Husten: plötzlich tröpfelt es, ohne dass man es verhindern kann. Man spricht dann von einer so genannten Belastungsinkontinenz, auch Blasenschwäche genannt. Das ist nicht gefährlich, aber oft sehr unangenehm – und gerade deshalb immer noch ein Tabuthema. Das führt dazu, dass eine Blasenschwäche viel zu selten behandelt wird, obwohl wirksame Therapieverfahren zur Verfügung stehen.

Unsere Blase ist ein äußerst leistungsfähiges Organ. Als Behälter für die Zwischenlagerung von Urin ist sie dehnbar wie ein Luftballon und besitzt ein Fassungsvermögen von bis zu einem Liter.

Blase Frau dt - © Shutterstock/red
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Belastungsinkontinenz

Frauen, die unter einer schwachen Blase leiden, sind besonders häufig von Belastungsinkontinenz betroffen. Bei körperlicher Anstrengung wie zum Beispiel Husten, Lachen, Niesen, Heben von schweren Lasten oder Treppensteigen kommt es zu ungewolltem Harnverlust, ohne dass die Betroffenen zuvor einen Harndrang verspüren. Der Urinverlust kann dabei sehr gering sein (wenige Tropfen), aber es kann auch zu einem Urinverlust im Strahl kommen.

Etwa 25 Prozent aller Frauen zwischen 25 und 35 Jahren leiden vorübergehend an Blasenschwäche als Folge von Entbindungen.

Die Ursache ist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur. In der Schwangerschaft wird der Beckenboden weicher. Dieser Vorgang ist natürlich und eine wichtige Vorbereitung auf die Geburt. Gleichzeitig drückt das Kind immer mehr auf die Blase. Dieses „Platzproblem” im Becken führt oft dazu, dass ungewollt Urin abgeht.

Dranginkontinenz

Bei der Dranginkontinenz ist der Verschlussapparat der Harnblase zwar intakt, die Blasenmuskulatur jedoch extrem verspannt, was zu einer Überreaktion führt. Die Betroffenen verspüren bei dieser Form der Blasenschwäche einen so starken und plötzlichen Harndrang, dass sie es nicht mehr bis zur Toilette schaffen. Dranginkontinenz kann bei Frauen durch häufige Harnwegsentzündungen ausgelöst werden. Sehr häufig kommen auch Mischformen der Drang- und Belastungsinkontinenz vor, die jedoch ebenso gut zu behandeln sind wie die beiden Hauptformen selbst.

Therapie-Optionen

Je früher man einen spezialisierten Arzt aufsucht und eine geeignete Therapie beginnt, desto größer sind die Erfolge. Am Beginn jeder Behandlung steht eine gründliche Abklärung der Symptome.

Wichtig ist: Eine Lösung für Probleme mit der Blase und dem Beckenboden gibt es so gut wie immer.

Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen nicht-operativ und besteht aus verschiedenen Formen des Blasentrainings sowie aus Medikamenten, die dem gehäuften, starken Harndrang und damit auch der Dranginkontinenz entgegenwirken (so genannte Antimuskarinika). Das Beckenbodentraining ist ebenfalls eine sehr wirksame Maßnahme. Dazu bedarf es der Unterweisung und Kontrolle durch eine Physiotherapeutin.

Tipps für eine starke Blase:

  • Eine sehr wirksame Maßnahme zur Linderung oder Vorbeugung ist das Trainieren des Beckenbodens.
  • Bereits eine Gewichtsreduktion um 5 bis 10 Prozent kann den Beckenboden entlasten.
  • Harnwegsinfektionen begünstigen eine Blasenschwäche. Sie sollten deshalb Infektionen gezielt vorbeugen.
  • Übermäßiges Pressen beim Stuhlgang führt zu einer Überlastung der Beckenbodenmuskulatur.