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Krebstherapie: Nebenwirkungen mildern

Tipps zur Behandlung und Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, trockener Haut und weiteren unerwünschen Wirkungen von Chemotherapien und Bestrahlungen.

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Viele Patienten fürchten sich vor den möglichen Nebenwirkungen einer Krebstherapie. Vieles davon bekommt man heutzutage aber gut in den Griff. In den meisten Fällen lassen sich die Nebenwirkungen in Eigenregie behandeln. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie jede Nebenwirkung mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen und die Behandlungsoptionen durchgehen. Gut zu wissen: Fast alle Nebenwirkungen verschwinden nach der Krebstherapie wieder.

Da jeder Mensch anders auf eine Chemotherapie oder Bestrahlung reagiert, treten Nebenwirkungen individuell unterschiedlich auf. Manche sind weniger betroffen, andere mehr. Wir haben Ihnen hier eine Übersicht der häufigsten Nebenwirkungen von Krebstherapien zusammengestellt:

Pflege bei trockener Haut

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Im Vordergrund steht milde Pflege. Verzichten Sie auf Peelings, parfümierte und alkoholhaltige Produkte. Bei trockener Haut sollten Sie zu rückfettenden Cremes und Lotionen greifen. Viele empfinden Babyöl als angenehm. Außerdem können Sie sich von Ihrem Apotheker eine auf Sie zugeschnittene Hautpflege-Creme zusammenzustellen lassen.

Benutzen Sie nur milde, seifenfreie Duschgels. Geeignet sind auch Duschöle und Ölbäder. Vermeiden Sie aber übertrieben langes Duschen oder Baden. Lassen Sie die betroffenen Hautstellen „atmen“: Setzen Sie sie häufig der Luft aus, meiden Sie aber direkte Sonneneinstrahlung. Kosmetika, Parfüms und Deos sollten auf der strapazierten Haut eher nicht angewendet werden.

Unangenehm: Entzündungen der Mundschleimhaut

Achten Sie auf eine sorgfältige Mundhygiene, putzen Sie die Zähne mit einer weichen Zahnbürste und mit milder Zahnpasta. Mundspülungen, die Alkohol enthalten, sind ungünstig. Vermeiden Sie sehr kalte oder sehr heiße Speisen und verzichten Sie auf scharf Gewürztes.

Trinken Sie ausreichend viel und lutschen Sie Bonbons. Letztere regen die Speichelproduktion an. Alkohol und Tabak sollten gemieden werden. Bei starken Problemen können Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob eine schmerzstillende Mundspülung oder ein leichtes Schmerzmittel sinnvoll sind.

Übelkeit & Erbrechen mildern

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Im Zuge einer Chemotherapie und Bestrahlung kann Übelkeit auftreten. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie besser alle Nahrungsmittel meiden, die starke Gerüche haben, stark gewürzt, sehr süß, sehr fettig oder sehr salzig sind. Nehmen Sie statt drei großen lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich, trinken Sie langsam, aber ausreichend.

Wenn bei oder nach Ihrem letzten Behandlungstermin Übelkeit bzw. Brechreiz aufgetreten ist, kann es helfen, ein bis zwei Stunden vor der nächsten Behandlung nichts zu essen. Es gibt auch Medikamente zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob das eine sinnvolle Option ist.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie sich schwach und schwindlig fühlen, wenn Sie häufig erbrechen, wenn sich im Erbrochenen Blut befindet, wenn das Erbrochene aussieht wie Kaffeesatz oder wenn Sie mehr als zwei Tage lang kaum etwas zu sich nehmen können (auch Getränke).

Durchfall & Verstopfung im Zaum halten

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Bei Durchfall sollten Sie Ihre Ernährung anpassen. Geeignet sind zum Beispiel Zwieback, Bananen, geschälte und geraspelte Äpfel, Pudding, Reis, Nudeln, Kartoffeln und Salzstangen. Meiden Sie Kaffee, Alkohol, gebratene und fette Speisen, Gewürze wie Pfeffer, Curry oder Knoblauch und verzichten Sie auf Hülsenfrüchte, Zwiebel und Kohl. Trinken Sie ausreichend. Bei leichtem Durchfall kann ein leichtes Arzneimittel helfen, bei schwerem Durchfall muss aber sofort ein Arzt kontaktiert werden.

Bei Verstopfung eignen sich ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte, Datteln, Obst, Gemüse, Pflaumensaft, Leinsamen und Nüsse. Auch in diesem Fall sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten. Bewegen Sie sich: Bereits ein kurzer Spaziergang kann die Darmtätigkeit anregen.

Geschwächtes Immunsystem – Neutropenie

Bei einer Chemotherapie kann es vorkommen, dass die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) verringert ist. Da diese eine wichtige Rolle für unser Immunsystem spielen, sind wir bei einer Minderzahl infektionsgefährdet. Der Normalwert an Leukozyten liegt bei 4.000-11.000/µl. Nach einer Chemotherapie kann sich der Wert auf 100/µl verringern. Unter 1.000/µl spricht man von Neutropenie.

Falls Sie darunter leiden, sollten Sie sich so gut es geht vor Infektionen schützen: Häufiges Händewaschen, eine weiche Zahnbürste, alkoholfreie Mundspülungen, regelmäßiges Auftragen von Lippenbalsam und ausreichendes Trinken sind wichtig. Menschen mit Infektionen (etwa einer Erkältung) sollten strikt gemieden werden. Das gleiche gilt für Menschenansammlungen und das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Vermeiden Sie einen Sonnenbrand, benutzen Sie statt dem Rasierer lieber Enthaarungscreme und legen Sie sportlich eine Pause ein, um das Verletzungsrisiko zu senken. Tragen Sie zum Schutz Ihrer Füße immer Schuhe und essen Sie keine rohen Nahrungsmittel.

Ständig müde – Anämie

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Bei einer Chemotherapie kann es sein, dass der Wert der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu niedrig wird. Das führt zu einem niedrigeren Sauerstoffgehalt und –transport im Blut. Betroffene leiden unter ständiger Müdigkeit bzw. Erschöpfung. In der Praxis spricht man hierbei vom Fatigue-Syndrom. Weitere mögliche Symptome sind Schwindel, Herzrasen, Atemnot und Blässe.

Eine Anämie wird immer individuell behandelt. Manchmal werden Medikamente verschrieben, möglich ist auch eine Transfusion. Es kann aber auch sein, dass regelmäßige Bewegung positiv wirkt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Wenn die Haare ausfallen ...

Bei einer Chemo- und Strahlentherapie kann es zu Haarausfall kommen. Manche verlieren nur wenige Haare, anderen fällt alles Haar aus. Manchmal fallen auch die Körperhaare (etwa die Augenbrauen und Wimpern) aus. Nach der Therapie wächst das Haar aber wieder nach.

Um vorbereitet zu sein, können Sie sich verschiedene Kopfbedeckungen zulegen oder sich über Perücken informieren. Schützen Sie Ihren Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung bzw. Sonnenbrand; im Winter sollte er auch vor Kälte geschützt werden.