Ständige Müdigkeit nehmen wir häufig ohne Gegenwehr hin. Doch das muss nicht sein. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Energieräuber.
1. Nährstoffmangel
Häufige, unentdeckte Nährstoffmängel betreffen zum Beispiel die Vitamine D oder B12. Als Folgen eines Vitamin-B12-Mangels können Blutarmut (Anämie), Haarausfall oder trockene Haut auftreten. Auch der Mangel an Eisen zum Beispiel durch Menstruation macht müde. Ob ein Mangel besteht, kann ganz einfach über ein Blutbild festgestellt werden. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie einen Mangel befürchten.
Die aktuelle Forschung empfiehlt zwei bis maximal drei Hauptmahlzeiten. Dabei sollten Sie zwischen den Mahlzeiten tagsüber Pausen von drei bis sechs Stunden einhalten. Zwischenmahlzeiten sollten die Ausnahme sein. Als Energieräuber gelten Gluten, Milch, Zucker und Transfette. Setzen Sie auf möglichst naturbelassene Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion.
2. Unser Darm
Geschätzt tummeln sich etwa 100 Billionen Darmbakterien in unserem Darm. Das so genannte Mikrobiom macht circa zwei bis drei Kilogramm des Körpergewichts aus. Ist die Darmflora gestört, wird die Produktion von Hormonvorstufen wie Tryptophan gedrosselt. Mangelt es an Tryptophan, sind wir weniger stresstolerant, und der Schlaf ist wenig erholsam; es mangelt zudem an der Grundsubstanz für das Glückshormon Serotonin – wir sind schlecht gelaunt, müde und energielos.
3. Autoimmunkrankheiten
Leitsymptom, das alle autoimmunen Krankheitsbilder (wie Diabetes, Rheuma oder Hashimoto-Thyreoiditis) eint, ist: Müdigkeit. Bei einer Autoimmunkrankheit attackieren und zerstören die Abwehrkräfte körpereigenes Gewebe.
Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen anfallartiger Müdigkeit und der Produktion von Antikörpern. Je mehr Antikörper gebildet werden, umso stärker wird der Energiehaushalt des Körpers durch die hohe autoimmune Aktivität belastet.
4. Manche Medikamente
Einige Arzneimittel haben Müdigkeit als Nebenwirkung; dies gilt unter anderem für: Antidepressiva, Antihistaminika (gegen Allergien wie Heuschnupfen), Antihypertensiva (Blutdruckmittel), Neuroleptika, Opiate und Parkinson-Medikamente, antivirale Medikamente und Chemotherapeutika. Setzen Sie jedoch kein Medikament, das Ihnen der Arzt verschrieben hat, von sich aus einfach ab, und verändern Sie auch nicht die Dosis, ohne dies mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.
5. Der eigene Rhythmus
Am Vormittag zwischen 7 und 11 Uhr läuft die Verdauung auf Hochtouren, der Sympathikus, der aktivierende Teil des Organismus, wird hochaktiv und bringt das erste Leistungshoch. Gegen 14 Uhr sinken die Körperkerntemperatur und der Blutzuckerspiegel ab, das macht oft müde und schlechte Laune: das Mittagstief.
Am Nachmittag folgt das zweite Aktivitätshoch des Tages. Ihr gesamter Stoffwechsel ist hochgefahren. Mit Einbruch der Dunkelheit wird Melatonin ausgeschüttet. Je dunkler und weniger blaustichig das Licht Ihrer Umgebung am Abend, desto höher der Melatoninspiegel.
Hinzu kommt, dass jeder Mensch seinen eigenen Rhythmus hat. Wer ständig zur „falschen“ Zeit müde ist, lebt vielleicht gegen die eigene innere Uhr. Man spricht nicht ohne Grund von Eulen und Lerchen ...
6. Zu wenig oder schlechter Schlaf
Schlaf ist keine verlorene Lebenszeit, sondern die wichtigste Aufladephase für Ihren Körper. Gehen Sie möglichst zu festen Zeiten ins Bett, und stehen Sie zu festen Zeiten auf. Diese Regel gilt auch am Wochenende.
Für erholsamen Schlaf brauchen wir frische Luft und eine kühle Raumtemperatur. Ein Nickerchen am späten Nachmittag lässt Sie abends eventuell schlechter einschlafen. Legen Sie sich nach 15 Uhr möglichst nicht mehr zum Schlafen hin. Dadurch verbessert sich der so genannte Schlafdruck.