Lunge Asthma COPD Atemwege - Achten Sie auf Ihre Lunge. Bereits entstandene Schäden sind kaum mehr gutzumachen. - © Shutterstock
Asthma & COPD

Nur nicht „in die Luft gehen“

Wer an Asthma bronchiale oder an chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen leidet, kämpft buchstäblich um die Luft. Heute gibt es viele Möglichkeiten, um die Erkrankungen zu kontrollieren; eine Heilung ist aber bisher nicht möglich.

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Ein Organ leistet Schwerstarbeit: Rund 10.000 bis 20.000 Liter Luft gelangen pro Tag in unsere Lungen: eine Menge, mit der man einen mittelgroßen Heißluftballon füllen könnte.

Über unsere Lungenbläschen wird Sauerstoff aus der Luft vom Blut aufgenommen und Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge abgegeben. 300 Millionen Lungenbläschen sorgen für den Gasaustausch. Ihre Oberfläche umfasst 100 m2. Sind wir gesund, denken wir kaum über die wichtigen Funktionen nach. Verschiedene Leiden können aber jeden Atemzug zur Qual machen.

Wie entsteht Asthma bronchiale?

In Österreich haben 10 Prozent aller Kinder und 7,5 Prozent aller Erwachsenen mit Asthma bronchiale zu kämpfen. Hier handelt es sich um eine chronische Entzündung der Atemwege. Patienten bekommen schlechter Luft. Sie leiden an Atemnot, Husten und an Beklemmungsgefühlen in der Brust. Die Erkrankung kann unterschiedliche Ursachen haben.

Beim allergischen Asthma reagiert unser Körper aggressiv auf harmlose Stoffe wie Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Es kommt zu chronischen Entzündungen, und unsere Atemwege verengen sich. Menschen mit Heuschnupfen oder Neurodermitis sind besonders gefährdet. Die allergische Erkrankung kann auf die unteren Atemwege übergreifen. Ärzte sprechen vom „Etagenwechsel”. Deshalb ist es wichtig, allergische Erkrankungen zu behandeln und bekannte Auslöser zu vermeiden.

Chemische Reize, Rauchen, Übergewicht, manche Arzneimittel oder virale Entzündungen unserer Atemwege führen zu ähnlichen Beschwerden. Es handelt sich um das nicht allergische Asthma.

Mittlerweile haben sich zwei Strategien bewährt. Manche Arzneistoffe wirken gegen die Entzündung selbst. Andere Präparate erweitern die Atemwege. Neben der lang wirksamen Basistherapie helfen Bedarfsmedikamente rasch im Notfall. Die Behandlung orientiert sich immer am Schweregrad der Erkrankung.

Von Kindesbeinen an vorbeugen

Soweit muss es aber nicht kommen. Stillen vermindert nachweislich das Risiko von Kindern, später an allergischem Asthma zu erkranken. Forscher haben außerdem gezeigt, dass sich der Kontakt zu Tieren auf dem Bauernhof und der Konsum frischer Kuhmilch positiv auswirkt. Im Gegenzug schadet übertriebene Hygiene. Passivrauchen gilt als weiterer Risikofaktor.

Wer an Asthma leidet, kann selbst viel für sich tun. Dazu gehört, alle Medikamente konsequent nach Anweisung des Arztes zu nehmen. Fühlen Sie sich besser, ist die Erkrankung immer noch vorhanden. Trotz der Versuchung, auf Arzneimittel zu verzichten, sollten Sie Ihre Therapie konsequent weiterführen.

Viele Sportarten eignen sich auch bei Asthma. Sprechen Sie mit Ihrem Lungenfacharzt. Bewegung verbessert die Lungenfunktion und den Gasaustausch. Ansonsten berichten viele Menschen, dass ihnen Entspannung guttut. Oder wie wäre es mit einem Klimawechsel, zumindest im Urlaub?

Das können Sie selbst tun:

  • Lassen Sie sich Ihre Inhalatoren vom Arzt oder Apotheker detailliert erklären. Fast jeder zweite Patient setzt die Geräte falsch ein, schätzt man. Anwendungsfehler können dazu führen, dass Ihre Therapie nicht richtig wirkt.
  • Führen Sie ein Patiententagebuch, um herauszufinden, welche Faktoren Ihre Erkrankung verbessern oder verschlechtern.
  • Bewegen Sie sich nach Rücksprache mit Ihrem Arzt regelmäßig. Es gibt sogar spezielle Sportangebote für Patienten mit COPD oder mit Asthma.
  • Lassen Sie sich jeden Herbst gegen die saisonale Grippe impfen. Lungenerkrankungen verschlechtern sich immens, sollten Sie an Influenza erkranken.
  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht. Der Body Mass Index (BMI) sollte sich im Normalbereich bewegen. Starkes Über- oder Untergewicht beeinflusst die Leiden negativ.
  • Versuchen Sie so rasch wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Besuchen Sie Patientenschulungen, um Ihre Erkrankung möglichst optimal zu managen.

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)

Mann Husten COPD - Bei COPD kommt es zu Atemnot, Husten und Auswurf. - © Shutterstock
Bei COPD kommt es zu Atemnot, Husten und Auswurf. © Shutterstock

Weitaus unbekannter als allergisches Asthma ist die Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, auch COPD genannt. Die Abkürzung steht für „Chronic Obstructive Pulmonary Disease” als Überbegriff der Chronisch-obstruktiven Bronchitis und des Lungenemphysems. Typischerweise kommt es zu Atemnot, Husten und Auswurf. Jeder Schritt wird zur Qual und jede Treppe zum unüberwindlichen Hindernis. Die Erkrankung verschlechtert sich und schränkt Patienten extrem ein.

Aufgrund des schleichenden Beginns fällt eine COPD erst nach längerer Zeit auf. Wie entsteht die Krankheit? Reizungen durch Zigarettenrauch oder durch andere Giftstoffe führen zu einer chronischen Entzündung der Atemwege. Durch wiederholte Schädigung und nachfolgende Reparaturvorgänge wird vermehrt Kollagen in die Bronchialwand eingelagert. Sie „vernarbt” und verliert ihre elastischen Eigenschaften.

Gleichzeitig sondert die Schleimhaut unnatürlich viel Sekret ab. Feine Flimmerhärchen können ihre Aufgabe der Selbstreinigung nicht mehr erfüllen. Der Schleim trägt weiter zur Einengung der Atemwege bei. Es kommt zur chronisch obstruktiven Bronchitis. Werden zusätzlich noch die Lungenbläschen geschädigt, sprechen Ärzte vom Lungenemphysem. Der Übergang zwischen beiden Formen ist aber fließend.

Rauchen Patienten mit Asthma, kommt es häufiger zu chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen. Fachleute nennen das ein Asthma-COPD-Overlap-Syndrom (ACOS). Bei den Betroffenen wird die Lungenfunktion besonders stark beeinträchtigt.

Diagnostizieren Ärzte eine COPD, verordnen sie Medikamente, um die Bronchien zu erweitern. Andere Präparate wirken gegen die chronische Entzündung oder unterstützen das Abhusten von Schleim. Derzeit gelingt es nicht, die Erkrankung zu heilen. Mit Arzneistoffen lässt sich das weitere Fortschreiten aber zumindest verlangsamen.