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Ohrenschmerzen: Selbst behandeln oder nicht?

Wasser im Ohr, Mittelohrentzündung oder doch Zahnprobleme? So stellen Sie fest, welcher Teil des Ohrs betroffen ist.

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Kinder und Jugendliche spielen meist mit viel Begeisterung im und mit dem Wasser. Dabei lässt es sich nicht vermeiden, dass Wasser von außen ins Ohr eindringt und ein gestörtes Hörempfinden verursacht. Mehrfaches Neigen des Kopfes auf eine Seite, eventuell unterstützt durch sanftes Ziehen am Ohrläppchen, lässt das Wasser abrinnen und verhilft wieder zum normalen Hören.

Während die im Vorschulalter häufige Mittelohrentzündung (Otitis media) durch Aufsteigen von Bakterien aus dem Nasen- und Rachenraum verursacht wird, ziehen mit dem Badewasser von außen eindringende Keime bei älteren Kindern und Jugendlichen Infekte im äußeren Hörgang (Otitis externa) nach sich.

Übrigens:

Ohrenschmerzen bei Erwachsenen gehen sehr häufig von den Zähnen aus. Eine zahnärztliche Sanierung beseitigt dann auch die Ohrenschmerzen.

Welcher Teil des Ohrs ist betroffen?

Wenn die Ohren zu schmerzen beginnen, hilft ein einfacher Test bei der Frage, ob das innere oder das äußere Ohr betroffen ist: Man drückt auf jenen Teil der Ohrmuschel, mit dem man bei starkem Lärm den Gehörgang verschließen kann. Verstärkt sich dabei der Schmerz, liegt eine Otitis externa vor. Fehlt dieser Effekt, handelt es sich wahrscheinlich um eine Mittelohrentzündung, die ärztlich behandelt werden sollte.

Vor allem bei kleinen Kindern ist es oft nicht eindeutig, welcher Teil des Ohrs weh tut. Schließlich können Sie noch nicht so gut kommunizieren, wo das Problem liegt. Ein Arzt kann das am besten beurteilen.

Behandlungsoptionen

Während das äußere Ohr ganz gut in Eigenregie behandelt werden kann, ist eine Selbstbehandlung des Mittel- und Innenohrs keine gute Idee. Es besteht nämlich die Gefahr, dass Sie sich das Trommelfell verletzen. Besser: Konsultieren Sie Ihren Arzt.

Den äußeren Gehörgang kann man leicht selbst behandeln. In der Apotheke sind einige rezeptfreie Ohrenpräparate erhältlich. Homöopathische Ohrentropfen auf Basis von verdünntem Alkohol oder mit Glycerin haben außer der entzündungsdämpfenden homöopathischen Wirkung noch einen Reinigungseffekt. Antibiotische Tropfen bleiben dem Arzt vorbehalten.

Außerdem gibt es spezielle Ohrentropfen, die vor oder nach dem Schwimmen Entzündungen vorbeugen. Alle Ohrentropfen sollen in Seitenlage bei gezogenem Ohrläppchen eingetropft werden. Mit der Hand oder im lauwarmen Wasser angewärmte Tropflösungen werden von Kindern (und auch von Erwachsenen) als angenehmer empfunden.

Achtung:

Kommen zu den Ohrenschmerzen Fieber und gegebenenfalls Erbrechen dazu, sollte man einen Arzt konsultieren.

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