Schilddrüse - © Shutterstock

Rund um die Schilddrüsen-Unterfunktion

Die Schilddrüse ist nur ein kleines Organ und wiegt nicht mehr als 20 Gramm, sie hat aber große Auswirkungen auf unseren Körper. Bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion sind die Beschwerden vielfältig und individuell unterschiedlich ausgeprägt.

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So klein wie die schmetterlingsförmige Schilddrüse auch ist, so bedeutsam ist ihre Funktion für Stoffwechsel, Herz- und Kreislauf, Wachstum und Psyche. Zahlreiche Menschen weisen eine Unterfunktion der Schilddrüse auf, die schwerwiegende Folgeerscheinungen haben kann.

Bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion sind sämtliche Vorgänge im Körper verlangsamt.

Das erste spürbare − und für die meisten Betroffenen frustrierende − Symptom einer Unterfunktion ist die unerklärliche Gewichtszunahme. Weitere Beschwerden können Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und psychische Veränderungen wie Burn-out und depressive Verstimmung sein.

Das therapeutisch eingesetzte Arzneimittel L-Thyroxin und das Schilddrüsenhormon Trijodthyronin erhöhen die Herzfrequenz, den Sauerstoff- und Energieverbrauch und die Körpertemperatur. Darüber hinaus führen sie zu einer gesteigerten Erregbarkeit der Nervenzellen. Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das seelische Gleichgewicht, die Sexualität und die Fruchtbarkeit.

Die Therapie besteht in der Verabreichung von künstlichen Schilddrüsen-Hormonen

Typische Symptome einer Schilddrüsen-Unterfunktion:

  • erhöhtes Schlafbedürfnis, Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Gedächtnisschwäche, depressive Verstimmungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Gewichtszunahme und erhöhte Blutfettwerte (z. B. LDL-Cholesterin)
  • Muskelschwäche, -steifigkeit, -schmerzen
  • kühle und blasse trockene Haut
  • teigige Schwellungen des Unterhautbindegewebes, Betroffene wirken „aufgeschwemmt“
  • spröde, brüchige Haare und Nägel, Haarausfall
  • chronische Verstopfung
  • Flüssigkeitsansammlung in den Augenlidern (Lidödeme)
  • unregelmäßige Monatsblutung, unerfüllter Kinderwunsch, reduzierte Empfängnisfähigkeit
  • Verminderung der Libido und der Potenz bei Männern

Dosierung und Einnahme-Tipps

Damit Ärzte immer die passende Dosierung von L-Thyroxin aussuchen können, stehen elf Dosierstärken von 12,5 Mikrogramm bis 200 Mikrogramm zur Verfügung. Wenn man die Menge ausschreibt, wird sichtbar, wie wenig das ist: 200 Mikrogramm sind 0,0002 Gramm! Eine Tablette täglich in der entsprechenden Stärke reicht für die Behandlung aus. Ist der Bedarf erhöht, kann die nächsthöhere Dosierstärke zum Einsatz kommen.

Anhand regelmäßiger Blutuntersuchungen wird der Erfolg der Behandlung überprüft

Leider verringert eine fehlerhafte Einnahme die tatsächlich aufgenommene Menge von L-Thyroxin. Man sollte die Tabletten daher am Morgen auf leeren Magen eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit Leitungswasser einnehmen. Mineralwasser und Milch weisen darüber hinaus einen erhöhten Gehalt an Kalzium und Magnesium auf, der die Aufnahme von L-Thyroxin verringert. Das gilt auch für Soja und Sojamilch.

Auch so manches Arzneimittel senkt die Wirksamkeit von L-Thyroxin: Kortison, Betablocker, hormonelle Verhütungsmittel, hormonelle Mittel gegen Wechselbeschwerden usw. Lassen Sie zur Sicherheit einen Wechselwirkungscheck zwischen den regelmäßig eingenommenen Medikamenten und dem L-Thyroxin beim nächsten Apothekenbesuch machen.