Darauf sollten Sie beim Ohrenputzen achten:

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Das Ohrenschmalz gilt zwar als unhygienisch, hat aber wichtige Funktionen. So verhindert es den Wasserkontakt des Trommelfells, schmiert und schützt den Gehörgang und erfüllt eine Abwehrfunktion gegen Bakterien, Pilze und Insekten.

Das Ohrenschmalz wandert dabei langsam vom Trommelfell nach außen und nimmt auf diesem Weg abgeschilferte Hautpartikel, Staub und sonstige Fremdkörper mit. Kaubewegungen unterstützen den Transport bis zur Ohrmuschel. Von dort kann das Ohrfett leicht mit dem Finger und einem Wattepad oder einem feuchten Waschlappen täglich entfernt werden.

Achtung:

Das Wattestäbchen hat im Gehörgang nichts zu suchen! Das gilt auch für Haarspangen und spitze Gegenstände, weil sie Verletzungen und schmerzhafte Ohrinfektionen verursachen können. Eine Perforation des Trommelfells wäre der Supergau.

Reichlich gebildetes Ohrenschmalz lässt sich am besten mit Ohrentropfen und Sprays entfernen. Die verwendeten Lösungen weichen das Schmalz auf und können auch von Hörgeräte-Trägern verwendet werden, bei denen es ja immer wieder zu Störungen der Funktion der Hörhilfe kommt.

Die verwendeten Reinigungsmittel basieren auf hypertonen Salzlösungen und fettlöslichen Bestandteilen wie Glyzerin, Äthanol, Mandelöl, Olivenöl und entzündungshemmenden Pflanzenextrakten.

Mindestens ebenso wichtig wie die Beschaffenheit des Reinigungsmittels sind Gerätebeschreibung und Gerätehandhabung in der Packung. Es gibt Sprays und Tropfen mit oder ohne Ohrenspritzen zur Auswahl. Die Einwirkzeit und die Nachreinigung differieren je nach Hersteller. Bei sehr stark beeinträchtigtem Hören ("wie durch einen Wattebausch") ist ein Arztbesuch die sicherste Variante.

Apotheker-Tipp

Ohrspülungen sollten immer lauwarm sein, damit sie nicht als unangenehm empfunden werden.