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Schlaflosigkeit sanft behandeln

Das entspannt: Heilpflanzen, Aromatherapie, der richtige Akupressur-Punkt und mehr.

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Wer kennt es nicht: Kommen wir einmal nicht zur Ruhe, stehen wir wie gerädert auf. Wiederholt sich die Schlaflosigkeit, leeren wir sukzessive unsere Batterien. Was tun, wenn der so heilsame Schlaf nicht kommen will oder man in der Nacht immer wieder munter wird?

Schlafstörungen, denen keine organische, hormonelle oder psychiatrische Ursache zugrunde liegt, sind mit phytotherapeutischen – also pflanzlichen – Mitteln gut behandelbar.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass Heilpflanzen(-Präparate) für gewöhnlich erst nach zwei bis vier Wochen konsequenter Einnahme in ausreichend hoher Dosierung gut wirksam sind.

Ebenso wichtig ist die rechtzeitige Einnahme: Pflanzliches in Form von Tee, Tropfen oder Dragees sollte man eine Stunde vor dem Zubettgehen zu sich nehmen.

Die Vorteile pflanzlicher Helfer sind nicht zu übersehen: Es kommt zu keiner Beeinflussung des natürlichen Schlafprofils und zu keinem Hangover-Effekt.

Wichtig ist aber, dass die Heilpflanzen immer mit anderen Maßnahmen der Schlafhygiene verbunden werden, um das Optimum der Wirkung zu erzielen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Ein gut gelüfteter und kühler Schlafraum.
  • Der Verzicht auf Blaulichtquellen wie Smartphones oder Tablets.
  • Kein schweres Essen vor dem Zubettgehen.

Tipp:

Zusätzlich können Atemübungen angewendet werden.

Diese Heilpflanzen fördern den Schlaf

Passionsblume_Passiflora incarnata_Heilpflanzen - Präparate mit Extrakten der Passionsblume wirken ähnlich wie jene mit Melisse: leicht beruhigend und krampflösend. - © Shutterstock
Präparate mit Extrakten der Passionsblume wirken ähnlich wie jene mit Melisse: leicht beruhigend und krampflösend. © Shutterstock

Mit Heilpflanzen wie Baldrian, Hopfen, Lavendel, Melisse, Passionsblumenkraut sowie Rosenwurz kann der Körper zielgerichtet unterstützt werden.

Bei der Behandlung spielen die ursächlichen Faktoren für Schlaflosigkeit eine bedeutende Rolle – denn auch Heilpflanzen sollten individualisiert eingesetzt werden.

  • Bei allgemeiner Überreizung durch Stress wird zum Ausgleich des vegetativen Nervensystems Melisse gegeben.
  • Bei Einschlafstörungen ist der Hopfen ein probates Mittel.
  • Baldrian wirkt schlafvertiefend, weil die Wirkung später ansetzt. Die Pflanze wirkt zentral dämpfend und reduziert die neuronale Aktivität im Gehirn.

Durchaus sinnvoll ist auch eine Kombination der verschiedenen Heilpflanzen, um das richtige Wirkspektrum abzudecken. In der Apotheke gibt es bereits fertige Mischungen, am besten lassen Sie sich vor Ort beraten.

Schuldiger Kaffee: Lavendel-Öl hilft

Lavendel Öl Heilpflanzen - © Shutterstock
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Wenn zu hoher Kaffeekonsum an der Schlaflosigkeit schuld ist, ist Lavendel das Mittel der Wahl. Auch bei Menschen mit Restless-Legs-Syndrom und dadurch verursachter Schlaflosigkeit ist er einen Versuch wert.

Wer lieber nichts einnehmen möchte, kann es mit den Kräften der Aromatherapie versuchen. Ätherisches Lavendel-Öl wirkt hervorragend, um zu regenerieren. Über die Haut und die Atemwege resorbiert wirkt es über das limbische System und lässt uns ruhiger werden. Am besten wird es vor dem Schlafengehen als Bad angewendet. Aber Vorsicht: Die Badetemperatur soll nicht zu hoch sein (nicht mehr als 38 Grad) und die Verweildauer sollte nicht länger als 15 bis 20 Minuten betragen. Am besten geht man anschließend gleich ins Bett und lässt die anschließende Erholungsphase einfach auf sich wirken.

Bei Unruhe: Akupressur-Punkt

Hand Akupressur Punkt online - © Shutterstock/red
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Ergänzend kann man auch den Akupressur-Punkt „Pforte des Geistes“ (He7) drücken. Er befindet sich in einer Vertiefung unterhalb der Handgelenksfalte, in der Verlängerung der Kleinfingerlinie an der Arminnenseite.

Zwei Minuten punktförmig gedrückt und durch tiefe, ruhige Atemzüge ergänzt, können Herzklopfen und Unruhe gelindert werden.

von der Apothekerin

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird ernährungstechnisch leichte Kost und Verzicht auf scharfe Gewürze empfohlen. Suppen oder Eintöpfe mit grünem Gemüse wie Zucchini oder Brokkoli sind eine Wohltat, ebenso Gerstenwasser:

Hierfür lässt man 3 EL Rollgerste in 0,75 l Wasser 45 Minuten lang köcheln. Das Dekokt (Absud) kann man für die nächsten drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Konsumieren Sie jeweils ein Drittel davon eine Stunde vor dem Schlafengehen.

Mehr zum Thema Schlafstörungen und deren Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie in diesem Schwerpunkt-Artikel.