Schmerzpflaster - Schmerzpflaster ermöglichen es, dass wir ein schmerzstillendes Arzneimittel kontinuierlich über die Haut aufnehmen. - © Shutterstock

Schmerzpflaster und ihre Besonderheiten

Tipps zur korrekten Anwendung von Schmerzpflastern. Opioidhaltige Pflaster kommen nur bei sehr starken Schmerzen zum Einsatz.

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Die Pflastertechnologie erlaubt Schmerzpatienten mit sehr starken Schmerzen eine anhaltende, gleichmäßige Schmerzbefreiung, oft ohne zusätzliche Tabletten. Sie nutzen gerne die Pflaster mit dem streng rezeptpflichtigen Fentanyl (ein synthetisches Opioid), sind sich aber meist nicht im Klaren darüber, welche Faktoren die Wirksamkeit eines solchen Schmerzpflasters beeinflussen können.

Da auch unerwünschte Wirkungen möglich sind, ist es wichtig, dass sich Schmerzpatienten und Pflegende gut mit der Handhabung auskennen. Damit der Wirkstoff die Haut durchdringen und in entsprechenden Mengen in den Kreislauf gelangen kann, sind einige pharmazeutische Tricks zu beachten:

  • Gut geklebt ist halb gewonnen: Voraussetzung für die Wirksamkeit ist die Dauer des Andruckes auf die Haut. Je nach Hersteller, Klebemasse und Verarbeitung variiert die erforderliche Zeit zwischen zehn Sekunden und einer Minute. Halten Sie sich am besten an die Angaben der Gebrauchsinformation.
  • Auch die Hautstelle bestimmt die Wirksamkeit mit: Am besten eignen sich unbehaarte Stellen am Oberkörper und den Armen. Die Haut darf nicht entzündet sein und sollte vorher nur mit Wasser gereinigt werden. Ungeeignete Reinigungsmittel sind Seifen, Öle, Lotionen und Alkohol. Sie erhöhen die Hautdurchlässigkeit für Fentanyl, was zur Überdosierung führen kann.
  • Vermeiden Sie Wärmeeinwirkung: Lange wurde der Einfluss des Hauttyps auf die Aufnahme des im Pflaster enthaltenen Wirkstoffs unterschätzt. Dabei spielen Haut-Temperatur, Wasser- und Fettgehalt der Haut, Schweißbildung und Fettgewebeanteil eine Rolle. Man sollte daher mit Fentanyl-Pflastern Sauna-Besuche, Sonnenbaden, beheizte Autositze, heiße Bäder etc. meiden. Duschen mit nicht zu heißem Wasser oder Schwimmen sind unbedenklich, weil die Pflaster wasserfest sind.
  • Frühzeitiges Ablösen des Pflasters: Löst sich das Pflaster frühzeitig zum Beispiel im Bett, kann es beim Bettpartner kleben bleiben und unerwünschte Folgen haben. Pflegende Angehörige sollen jeden Hautkontakt mit der Klebefläche vermeiden. Kommt man trotzdem damit in Berührung, sollte man die Hautstelle ausschließlich mit kaltem Wasser ohne Seife oder ähnliche Mittel reinigen.
  • Bei nachlassender Klebung kann man das Pflaster mit klassischen Heftpflastern fixieren.
  • Die Entsorgung: Es wird empfohlen, die benutzten Schmerzpflaster mit der Klebefläche nach innen zu falten. Sie können die gebrauchten Pflaster anschließend in der Apotheke abgeben, wo sie dann fachgerecht und umweltschonend entsorgt werden.