Muskelkrampf Fuß massieren - © Shutterstock

Was gegen Muskelkrämpfe hilft

Ein Muskelkrampf kommt meist plötzlich und kann sehr schmerzhaft sein. Welche Ursachen sich dahinter verbergen, was akut hilft und wie man Muskelkrämpfe vorbeugen kann:

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Ein Muskelkrampf ist eine ungewollte Muskelanspannung: die Muskeln verkürzen sich, ohne sich wieder zu entspannen. Solche Krämpfe dauern einige Sekunden bis Minuten und sind meist sehr schmerzhaft. Muskelkrämpfe kommen sehr häufig vor und betreffen Ausdauersportler ebenso wie Untrainierte. Schwangere, Diabetiker und Alkoholiker sowie ältere Menschen leiden häufiger darunter.

Am ehesten betroffen sind die Muskulatur von Waden und Fußgewölbe und zumeist treten die Muskelkrämpfe in der Nacht auf.

Die Auslöser

Nicht immer lässt sich eine Ursache für Muskelkrämpfe ausmachen, jedoch gibt es einige Auslöser, mit denen ihr Auftreten assoziiert ist. Dazu zählen starke körperliche Belastung (z.B. Ausdauersport), Schwangerschaft und Schilddrüsenfunktionsstörungen. Daneben können auch manche Medikamente mit einem gehäuften Auftreten von Muskelkrämpfen in Verbindung gebracht werden.

Ältere Menschen leiden häufiger darunter als junge. Eine der Ursachen liegt in der Verkürzung der Muskulatur, die eine Krampfentstehung begünstigt. Zu Muskelverkürzungen neigen aber auch untrainierte Personen jeden Alters.

Bei Älteren kann neben einer Muskelverkürzung auch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme zu Muskelkrämpfen führen. Wadenkrämpfe können aber auch von Durchblutungsstörungen in den Beinen herrühren und ein Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose sein.

Überanstrengte Muskeln können auch verkrampfen, weil die Mechanismen zwischen Spannung und Entspannung aus dem Lot geraten. Dieses Zusammenspiel von erregenden und dämpfenden Abläufen wird unter anderem auch bei einem Elektrolyt- oder Flüssigkeitsmangel gestört. Ebenso kann ein Magnesiummangel Krämpfe auslösen.

Marathonläufer bzw. generell Ausdauersportler sind doppelt gefährdet, wenn einerseits die Muskulatur müde, andererseits der Wasser- und Elektrolythaushalt durch starkes Schwitzen oder zu geringe Trinkmenge gestört ist.

Manchmal können Muskelkrämpfe auch symptomatisch für eine Krankheit wie etwa Multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) sein.

Am häufigsten werden Muskelkrämpfe durch eine Überanstrengung der Muskulatur, Muskelverkürzungen (vor allem im Alter), Schwangerschaft oder Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ausgelöst.

Dehnen und Magnesium

Ernährung Magnesium - Magnesium steckt zum Beispiel in Nüssen, Bananen, Milch- und Milchprodukten. - © Shutterstock
Magnesium steckt zum Beispiel in Nüssen, Bananen, Milch- und Milchprodukten. © Shutterstock

Als erste Behandlungsmaßnahme im Akutfall gilt es, den Muskel zu dehnen oder den Gegenspieler anzuspannen. Kühlen ist bei einem Muskelkrampf nicht empfehlenswert. Besser ist eine sanfte Massage und Wärme. Manchmal vergehen Krämpfe auch, wenn man die betroffenen Gliedmaßen ausschüttelt oder etwas herumgeht.

Wenn Wadenkrämpfe öfter auftreten, können vorbeugend regelmäßige Dehnungsübungen der Wadenmuskulatur gemacht werden.

Wenn Krankheiten als Ursache der Krämpfe ausgeschlossen wurden, wird zumeist Magnesium zur Behandlung eingesetzt. Auch wenn die Wirksamkeit bei idiopathischen Krämpfen nicht eindeutig belegt ist, ist diese Behandlung auf jeden Fall einen Versuch wert, da das Nebenwirkungsprofil sehr gut ist. Im Normalfall ist der Magnesiumbedarf durch die Ernährung gedeckt.

Vollkornprodukte, Milch, Fisch und Geflügel, Beeren, Nüsse und Bananen sind gute Magnesiumlieferanten. Wenn – vor allem bei einem bestehenden Mangel des Mineralstoffs – der Bedarf über die Nahrung nicht mehr gedeckt werden kann, kommen Magnesiumpräparate zum Einsatz.

Risikogruppen für einen Magnesiummangel sind zum Beispiel Menschen mit einer gastrointestinalen Absorptionsstörung, Mangel- oder Fehlernährung, vermehrten Schweißverlusten und chronischem Alkoholmissbrauch. Auch die Einnahme von Kortikosteroiden, Diuretika und oralen Kontrazeptiva kann einen Magnesiummangel begünstigen. Schwangere und Stillende haben ebenfalls einen Magnesium-Mehrbedarf.