Seniorin Barrierefrei Rollator - © Shutterstock

Zuhause alt werden: Tipps für barrierefreies Wohnen

Mit ein paar einfachen Umbauten kann man trotz körperlicher Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben führen.

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Wer denkt schon beim Einzug in die neue Wohnung oder ins neue Haus an Barrierefreiheit? Doch im Laufe des Lebens kann sich vieles verändern – und meistens ohne Vorwarnung.

Die gute Nachricht: Schon kleine Umbauten können helfen, weiterhin unabhängig zuhause, in der vertrauten Umgebung, wohnen bleiben zu können.

Es gibt vier Aspekte der Barrierefreiheit. Wer sein Augenmerk einmal auf sie gelegt hat, für den ist es leicht, sich in jeder Phase des Lebens zuhause gut aufgehoben zu fühlen.

1. Ein stufenloser, ebener Zugang im gesamten Wohnbereich

Schiebt man einen Rollator oder sitzt im Rollstuhl, so kann schon ein einziger Zentimeter zum Hindernis werden. Schwellen sind eine bauliche Stolperfalle; genauso wie freiliegende Telefonkabel oder hochstehende Teppichkanten.

2. Ausreichende Durchgangsbreiten

Bei Türen sind 80 Zentimeter Durchgangsbreite das Um und Auf. So ist auch gebrechlichen Menschen, die eine Bezugsperson an ihrer Seite haben, der Zugang zu allen Räumen möglich. Beachten Sie, dass die ideale Durchgangsbreite nicht mehr als 90 Zentimeter haben sollte, da breitere Türen auch entsprechend schwerer sind.

3. 150 Zentimeter Bewegungsraum

Den Freiraum für Barrierefreiheit kann man mit einem Kreis von 150 Zentimetern Durchmesser gleichsetzen. Das ist die Bewegungsfläche eines Rollstuhls. Wer diesen Platz vorsieht, ist auf der sicheren Seite, wenn es um die Möglichkeit geht, sich umdrehen und manövrieren zu können.

4. Die richtige Höhe

Es gibt eine Höhe, vor allem für Schalter und Griffe, die für alle passt: 80 bis 110 Zentimeter. Steckdosen sollten mindestens 40 Zentimeter über dem Boden montiert sein. Dann kommen auch Menschen, die im Rollstuhl sitzen, gut an sie heran. Das Gleiche gilt auch für Türöffner und Heizkörperventile.

Tipps für Geh- und Sehbehinderte

  • Verzichten Sie auf hochflorige und lose Teppiche.
    Das kann so manchen in Sturzgefahr bringen. Auch rutschige Bodenbeläge und spiegelnde Oberflächen können verunsichern.
  • Handlauf bei Treppen und Rampen.
    Handläufe auf beiden Seiten machen die Nutzung von Treppen einfacher, da man sich unabhängig von der individuellen Mobilitätsbeeinträchtigung links oder rechts festhalten kann. Sie dienen auch als Orientierungshilfe für Menschen mit Sehbehinderung. Achten Sie bei der Montage auf durchgängige, griffsichere Handläufe in einer Höhe von 85 bis 90 Zentimetern.
  • Notlicht mit Bewegungsmelder.
    Das ist besonders für den Weg zur Toilette beziehungsweise zum Bad und zum Schlafzimmer sowie für den Gang- und Treppenbereich empfehlenswert. Mit automatischen Bewegungsmeldern ist der Weg nachts gut sichtbar und so mancher Unfall kann vermieden werden.
  • Sorgen Sie für starke Kontraste.
    Farben und Licht tragen viel zu unserem Wohlbefinden bei. Für sehbehinderte Menschen hat das Thema aber eine viel weitreichendere Bedeutung. Wichtige Elemente im Raum wie Türrahmen und Möbel können viele Betroffene nur dann erkennen, wenn sie sich durch starke Kontraste von der Umgebung abheben. Das gilt auch für Glasflächen, Stufen und Absätze. Vieles kann man zum Beispiel farblich markieren, damit es besser wahrgenommen wird.