Babyschwimmen 5 - Babyschwimmen stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kindern. - © Shutterstock

Gut vorbereitet fürs Babyschwimmen

Die besten Tipps, damit sich Eltern und Kinder im Wasser wohlfühlen und Spaß haben. Babyschwimmen fördert die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Außerdem lernen Eltern dabei wichtige Haltetechniken und sichere Griffe.

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Eigentlich ist der Begriff „Babyschwimmen“ irreführend, da es sich dabei eher um eine gemeinsame Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser handelt. Die reflexartigen Bewegungen der Säuglinge wirken zwar wie Schwimmen, sind damit aber nicht vergleichbar. Das Baby soll im Babyschwimmkurs auch nicht schwimmen lernen, sondern das Element Wasser entdecken. Es soll sich entspannen, aber auch gemeinsam mit den Eltern aktiv sein.

Ihr Baby kann sich beim Babyschwimmkurs früh an das Element Wasser gewöhnen und den richtigen Umgang damit lernen. Die motorische Entwicklung wird unterstützt und es sammelt neue Eindrücke. Babyschwimmen fördert die Entwicklung des Säuglings und die Eltern-Kind-Beziehung. Das Wassererlebnis ist angenehm und bietet durch Hautreize − Temperatur, Druck, Wassergefühl, Hautkontakt mit den Eltern − neue Erfahrungen. Sehr vorteilhaft ist der Aufenthalt im Wasser auch für behinderte Kinder.

Sie lernen sichere Griffe und Haltetechniken und erleben, wie Ihr Baby die neue Bewegungsmöglichkeit im Wasser ausnützt. Durch die Eigenschaften des Wassers wie Nässe, Kälte, Auftrieb und Widerstand werden zudem neue Reize der Umwelt wahrgenommen.

Vorsicht: Babyschwimmen ist KEIN Schwimmunterricht

Schwimmen oder Tauchen muss auf jeden Fall in einem richtigen Schwimmunterricht (frühestens ab drei Jahren) gelernt werden. Daher leisten Babyschwimmkurse auch keinen Beitrag zur Verhinderung von Ertrinkungsunfällen.

Tipps fürs Babyschwimmen:

  • Das Mindestalter sollte etwa zwei Monate betragen, für Frühgeborene entsprechend älter.
  • Die Wassertemperatur sollte bis zum Alter von drei Jahren 31 bis maximal 33 °C betragen.
  • Achten Sie darauf, dass das Wasser nur leicht gechlort ist.
  • Das Baby muss gesund sein, um Babyschwimmen zu können.
  • Der günstigste Zeitpunkt für ein Bad liegt zwischen den Mahlzeiten, dann ist das Baby weder hungrig noch ist der Magen zu voll.
  • Die Aufenthaltsdauer sollte 20 bis maximal 30 Minuten betragen.
  • Die Wasserqualität sollte vom Bakteriengehalt her Trinkwasserqualität aufweisen.
  • Es sollten sich so wenig Personen wie möglich im Becken befinden.
  • Schwimmflügel passen Kindern unter einem Jahr nicht, aber es gibt andere Schwimmhilfen – wie zum Beispiel Schwimmscheiben − für Babys.
  • Lassen Sie Ihr Baby auch plantschen und mit seinen Badespielsachen spielen.
  • Achten Sie darauf, Ihr Baby nach dem Baden gleich abzutrocknen, es aufzuwärmen und/oder eine warme Flasche anzubieten.

Bauch- oder Rückenlage?

Babyschwimmen - Beim gemeinsamen Babyschwimmen können die Kleinsten Vertrauen zum Wasser aufbauen. - © Shutterstock
Beim gemeinsamen Babyschwimmen können die Kleinsten Vertrauen zum Wasser aufbauen. © Shutterstock

Rückenschwimmen ist für Babys empfehlenswert, da sie hierbei bequem atmen können. Wenn ein Baby in Rückenlage ruhig im Wasser liegen bleibt, kann es, von den Eltern gehalten, im Wasser treiben.

Selbstverständlich ist auch eine Bauchlage beim Babyschwimmen möglich. Durch diese Haltung wird das Krabbeln der Babys stimuliert, wie es auch bei diversen Physiotherapien eingesetzt werden kann. In der Bauchlage haben Babys oft noch nicht die Kraft, den Kopf lange über Wasser zu halten. Damit es nicht zu anstrengend wird, wird am besten immer wieder zwischen Bauch- und Rückenlage gewechselt.

Und was ist mit Babytauchen?

Babyschwimmen 3 - Bis etwa zum 6. Monat besitzen Neugeborene und Säuglinge den „Tauchreflex“, der das Einatmen von Wasser in die Lungen durch Verschließen des Kehlkopfs automatisch verhindert. - © Shutterstock
Bis etwa zum 6. Monat besitzen Neugeborene und Säuglinge den „Tauchreflex“, der das Einatmen von Wasser in die Lungen durch Verschließen des Kehlkopfs automatisch verhindert. © Shutterstock

Das Thema Tauchen wird unterschiedlich gehandhabt. Jedes Baby verfügt über einen Atemschutzreflex, es hält unter Wasser automatisch die Luft an. Die Eltern tauchen mit und können mit dem Baby Augenkontakt unter Anleitung eines Kursleiters halten.

Das Tauchen soll eine positive Erfahrung für das Baby sein und es nicht erschrecken. Allerdings kann das Untertauchen auch negative Auswirkungen auf das Vertrauen des Babys zu den Eltern mit sich bringen, vor allem dann, wenn es unerwartet und plötzlich kommt.

Gut gerüstet ins Schwimmbad:

Babyschwimmen 2 - Babyschwimmen ist ein besonderes Erlebnis für die Eltern und Kinder. - © Shutterstock
Babyschwimmen ist ein besonderes Erlebnis für die Eltern und Kinder. © Shutterstock
  • Je eher, desto besser: Beginnen Sie am besten ab der zehnten Lebenswoche zuhause in der Badewanne bei ca. 37 °C Wassertemperatur. Dabei gewöhnen Sie langsam das Gesicht und den Kopf an das Wasser. Halten Sie immer Körperkontakt und geben Sie Ihrem Baby Sicherheit durch Singen oder leises Sprechen.
  • Senken Sie ein paar Wochen vor Kursbeginn die Wassertemperatur langsam etwas ab, damit sich das Baby auf die Hallenbadtemperatur vorbereiten kann.
  • In manchen öffentlichen Bädern herrscht Duschpflicht, die auch für Babys gilt. Als Vorübung können Sie das Kind zuhause mit unter die Dusche nehmen. Bitte den Wasserstrahl nicht voll auf den Kopf halten und vorsichtig anfangen.
  • Schwimmbäder haben eine hallende Akustik. Sie können vor dem Kursstart mit dem Baby das Bad besichtigen, damit es die fremde Umgebung etwas kennenlernen kann.
  • Im großen Schwimmbecken erlebt das Baby einen Auftrieb, den es so nicht gewöhnt ist. Sie können das in der eigenen Badewanne ein wenig simulieren. Halten Sie das Baby in Bauchlage mit Ihren beiden Händen unter dem Oberkörper oder in Rückenlage unter dem Kopf beziehungsweise Po. Sie werden merken, wie viel Auftrieb die Beine des Babys haben. Gut festhalten und keine ruckartigen Bewegungen, damit es sich nicht erschreckt.
  • Babys tragen während des Schwimmens entweder eigene Schwimmwindeln oder eine einfache Badehose. Fragen Sie vorab, was in dem Hallenbad Ihrer Wahl gefordert wird.
  • Nehmen Sie ein bis zwei frische Badetücher, Windeln für danach, rutschfeste Badeschuhe, ausreichend Babynahrung und Getränke sowie eine Haube zum Aufwärmen des Kopfes nach dem Baden mit.

Achtung:

  • Cremen Sie Ihr Baby vor dem Schwimmen keinesfalls mit einer Creme ein, da es ansonsten nicht gut gehalten werden kann.
  • Füttern Sie Ihr Baby nicht unmittelbar vor dem Schwimmen. Es empfiehlt sich, bis spätestens eine halbe Stunde davor zu füttern.
  • Neugeborene und Säuglinge besitzen etwa bis zum sechtsen Lebensmonat den so genannten Tauchreflex. Dieser verhindert automatisch das Einatmen von Wasser in die Lungen durch ein Verschließen des Kehlkopfs. Trotzdem können Babys reichlich Wasser schlucken, was im Extremfall zu Störungen des Elektrolythaushalts führen kann.
  • Eine gewisse Infektions- und Unterkühlungsgefahr im Badewasser ist sicherlich gegeben. Infektionen des Gehörgangs, selten des Mittelohrs, und Erkältungen können vorkommen.
  • Zu niedrige Wasser- oder Lufttemperatur, ungenügendes Abtrocknen und Aufwärmen nach dem Bad können zu erniedrigter Körpertemperatur führen.

Bei folgenden Symptomen sollte man die Schwimmstunde beenden:

  • Bei blassen Fingernägeln.
  • Wenn die Lippen blau werden.
  • Wenn das Baby sehr unruhig wird und sich nicht wohl fühlt.
  • Wenn es sich an Ihren Körper anschmiegt und Wärme sucht.

Autor: Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA