Menstruationstasse Periode Frau - © Shutterstock

Menstruationscup – eine gute Alternative?

Was man bei der Benutzung von Menstruationstassen beachten sollte.

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Menstruationscups erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und machen Binden und Tampons zunehmend Konkurrenz. Dabei handelt es sich um kleine Behälter, die das Menstruationsblut auffangen. Ihr Vorteil liegt in einer langfristigen Geldersparnis und der Müllvermeidung: Ein Cup ist bei richtiger Pflege jahrelang verwendbar. Das Material der Tasse ist sehr biegsam; meist handelt es sich um medizinisches Silikon, Gummi oder thermoplastisches Elastomer (TPE).

Die Menstruationstasse wird in die Vagina eingeführt und fängt das Regelblut auf. Im Gegensatz zum Tampon saugt es die Flüssigkeit aber nicht auf. Stattdessen muss es in regelmäßigen Abständen (maximal zwölf Stunden Tragezeit) ausgespült werden. Die Tasse wird also entfernt, ausgeleert, abgespült und anschließend wieder eingesetzt. Hier gilt: Übung macht den Meister.

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Wie sieht es beim Menstruationscup mit der Infektionsgefahr aus?

Doch wie sieht es mit Infektionen aus? Ist man mit Menstruationstasse anfälliger für Scheidenpilz? Forscher geben Entwarnung – ihr Fazit lautet: Es besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko für Anwenderinnen der Menstruationstassen im Vergleich zu anderen Hygieneprodukten. Für bakterielle Vaginosen zeigten Studien sogar ein niedrigeres Infektionsrisiko mit Menstruationstassen als bei Binden. Voraussetzung ist ein sorgfältiger Umgang mit ihnen.

Kann man mit dem Menstruationscup schwimmen und sporteln?

Ja, man kann mit einer Menstruationstasse schwimmen gehen und Sport treiben – sie verrutscht nicht. Wichtig ist nur, dass der Cup die richtige Größe hat und gut sitzt. Beim Einführen sollte man darauf achten, dass sich der Cup komplett entfaltet – dann kann nichts rauslaufen.

Tipps zur Handhabung einer Menstruationstasse:

  • Ist die Tasse zu groß, lässt sie sich nur schwer einsetzen und fühlt sich unangenehm an. Ist sie zu klein, kann das Blut an ihr vorbeilaufen. Welche Größe passend ist, hängt z. B. von der Blutungsstärke oder vom Zustand des Beckenbodens ab (trainiert vs. untrainiert). Außerdem ist jeder Körper ein wenig anders. Wenn der Cup passt und gut sitzt, spürt ihn die Anwenderin nicht.
  • Die Hände sollten beim Einführen und Herausnehmen immer sauber sein. Waschen Sie sich bitte gründlich die Hände.
  • Man sollte die Menstruationstasse vor und nach jeder Periode auskochen. Beachten Sie hierzu bitte die Herstellerangaben. Während der Regel reicht es, den Cup mit warmem Wasser auszuwaschen.
  • Ein regelmäßiges Ausleeren der Menstruationstasse ist wichtig. Nach zehn bis zwölf Stunden Tragezeit steigt sowohl bei Tampons als auch bei Menstruationscups das Risiko für ein toxisches Schocksyndrom. Also bitte nach spätestens zwölf Stunden wechseln.
  • Lassen Sie sich nicht verunsichern: Es dauert ein wenig, bis man sich an das Einsetzen, Entfernen, Auswaschen etc. gewöhnt hat. Nach ein paar Anwendungen klappt es aber immer besser. Den meisten Menstruationscups liegt eine Gebrauchsanweisung bei.
  • Für Ungeübte kann ein Wechsel auf öffentlichen Toiletten mit Stress verbunden sein. Üben Sie am besten erst einmal zuhause mit dem Cup. Wer die Tasse lieber nicht im öffentlichen Waschbecken auswaschen möchte, kann z. B. eine Wasserflasche aufs öffentliche Klo mitnehmen und sie über der Toilette kurz abspülen. Es gibt auch spezielle Reinigungstücher für die Tassen.
  • Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt, wenn Sie mit einer Spirale oder Kupferkette verhüten und eine Menstruationstasse verwenden möchten. Der Unterdruck, den die Tasse erzeugt, kann beim Herausnehmen dazu führen, dass die Spirale ihren Sitz verliert.
  • Ein Menstruationscup ist kein Verhütungsmittel und muss vor dem Sex entfernt werden.