Bei Akne, Rosacea, Melasma und Vitiligo profitiert die Haut von sorgfältig gewählten Sonnenschutzmitteln. Generell gilt: Bei Hauterkrankungen, die durch UV-Strahlung verstärkt werden, sollte Sonnenschutz zum täglichen Pflichtprogramm gehören.

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Die Sonne hat nahezu magische Kräfte auf die meisten Menschen. Strahlt sie vom Himmel, zieht es uns nach draußen. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Trifft Sonnenlicht auf die Haut, werden vermehrt Glückshormone ausgeschüttet. Sonnenbaden macht also glücklich.

Doch einige Menschen sollten die Sonne mit besonderer Vorsicht genießen. Dazu gehören Patienten mit Hauterkrankungen, die durch UV-Licht ausgelöst oder verschlechtert werden.

Bei Rosacea, Akne, Melasma oder Vitiligo raten Hautärzte, UV-Strahlung zu meiden und neben textilem Schutz durch Hüte und Kleidung täglich ein hochwirksames Sonnenschutzpräparat aufzutragen.

Unabhängig von der zugrundeliegenden Hauterkrankung gilt: Der Lichtschutzfaktor (LSF) sollte möglichst hoch sein – mindestens 30 bis 50+. Die übrigen Eigenschaften orientieren sich an den Besonderheiten der Hauterkrankung, dem Hautzustand sowie den persönlichen Bedürfnissen und Anforderungen an Sonnenschutzmittel.

von der Apothekerin

Oft herrscht Verunsicherung darüber, in welcher Reihenfolge Sonnenschutzpräparate im Gesicht mit anderen Pflegeprodukten oder ärztlich verordneten Cremes kombiniert werden sollten.

Hier gilt: Immer zuerst das ärztlich verordnete Präparat, dann die Tagespflege und zum Schluss das Sonnenschutzmittel.

Sonnenschutz bei Rosacea:

Von der chronisch verlaufenden Hautkrankheit Rosacea ist besonders das Gesicht betroffen. Typische Anzeichen sind gerötete oder geschwollene Hautpartien, sichtbare Äderchen, Papeln oder Pusteln.

Ausgelöst und verschlechtert wird sie durch äußere Reize. Bei vielen Betroffenen ist einer dieser Reize das Sonnenlicht. Hautärzte empfehlen deshalb, immer einen Sonnenschutz zu tragen, auch bei bewölktem Himmel.

Sonnencremes für Rosacea-Betroffene sollten auf mehreren Ebenen auf die besonderen Bedürfnisse der Haut abgestimmt sein. Neben einem UV-A- und UV-B-Filter enthalten sie idealerweise einen Schutz vor Infrarot-Strahlung. Er verhindert, dass die Haut erwärmt wird und die bereits durch die Rosacea erweiterten Äderchen zusätzlich belastet werden.

Zudem sollte das Präparat keine durchblutungsfördernden oder reizenden Zusatz- und Duftstoffe enthalten. Besser sind Zusatzstoffe mit hautberuhigender, reizlindernder oder entzündungshemmender Wirkung.

Sonnenschutz bei Akne bzw. unreiner Haut:

Lassen Sie sich nicht täuschen: Häufig hört man, dass die Sonne ein wahres Wundermittel gegen Pickel und Hautunreinheiten darstellt. Leider stimmt das langfristig gesehen nicht. Zu Beginn einer „Sonnenbehandlung“ können die meisten Betroffenen eine kurzfristige Verbesserung des Hautbildes beobachten, weil Talg und Schmutz durch den Wärmeeinfluss leichter an die Oberfläche transportiert werden können. Dazu kommt der Effekt einer optischen Täuschung, die darauf beruht, dass die Haut durch UV-Strahlung dicker wird und die Akne aufgrund der zunehmenden Bräune nicht mehr so stark sichtbar ist.

Setzt man unreine Haut jedoch regelmäßigen, intensiven Sonnenbädern aus, kehrt sich dieser positive Trend um: Es kommt zu einer Zunahme von Mitessern und Pickeln, da die warme, schwitzende Haut einen optimalen Nährboden für Bakterien bietet. Zusätzlich droht die Gefahr, dass abheilende Pusteln in Form von Pigmentflecken zurückbleiben.

Viele Akne-Betroffene vermeiden es, Sonnenschutzmittel im Gesicht zu verwenden. Sie befürchten, dass die fettigen Cremes die Poren zusätzlich verstopfen und die Akne verschlimmern könnten. Der ölige Glanz wird als störend empfunden oder das Präparat macht das Auftragen von Make-up unmöglich.

Doch so weit muss es nicht kommen: Viele Anbieter haben inzwischen spezielle Produkte für unreine Haut und Akne im Angebot. Dabei handelt es sich in der Regel um leichte, nicht-fettende Fluids oder Gele, die zusätzlich mattierende Eigenschaften besitzen und keine komedogenen Stoffe enthalten. Diese erkennt man an dem Aufdruck „nicht komedogen“. Fragen Sie in Ihrer Apotheke. Das Team vor Ort wird Sie gerne beraten.

Sonnenschutz bei Vitiligo:

Bei der Weißfleckenkrankheit, auch unter dem Namen Vitiligo bekannt, bilden sich auf der Haut scharf begrenzte, weiße Flecken, die sich von der restlichen Haut abheben. Sie entstehen durch eine Hemmung oder Zerstörung der pigmentbildenden Zellen, der Melanozyten. Die Ursache für die Entfärbung der Haut ist bisher nicht eindeutig geklärt. Allerdings weiß man, dass die betroffenen Hautbereiche keinen Eigenschutz gegen UV-Strahlung mehr besitzen. Das Hautkrebsrisiko ist an diesen Stellen erhöht.

Betroffene sollten aber nicht nur die weißen Stellen eincremen, sondern nach Möglichkeit den gesamten Körper. Denn UV-Licht und insbesondere ein entzündlicher Sonnenbrand können dazu führen, dass die Krankheit fortschreitet und weitere Hautbereiche von der Entfärbung betroffen sind.

Besondere Anforderungen an das Sonnenschutzmittel stellt die Weißfleckenkrankheit nicht. Hautärzte raten deshalb, sich bei der Auswahl an den individuellen Hauteigenschaften (empfindlich, zu Allergien neigend, trocken, etc.) zu orientieren.

Für die Anwendung im Gesicht gibt es inzwischen eine große Auswahl an speziellen Gesichtspräparaten, die sogar unter dem Make-up getragen werden können.

Sonnenschutz bei Melasma:

Bei Melasmen handelt es sich um bräunlich-graue Flecken im Gesicht (hauptsächlich auf Stirn, Wangen und Oberlippe), die unterschiedlich verteilt und ausgeprägt sein können. Die scharf abgegrenzten Areale sind aufgrund einer erhöhten Pigmentproduktion (Hyperpigmentierung) deutlich dunkler gefärbt als die sie umgebende Haut.

Neben UV-Strahlung gelten Östrogenschwankungen als Auslöser, weshalb Melasmen bei Frauen wesentlich häufiger vorkommen als bei Männern. Am häufigsten wird diese Art der Pigmentstörung durch eine Schwangerschaft verursacht – sie bildet sich nach der Entbindung aber für gewöhnlich zurück.

Wie schon bei Vitiligo erwähnt, gibt es Sonnenschutzmittel für das Gesicht, das unter dem Make-up getragen werden kann. Dieses ist auch für Melasma-Betroffene geeignet. In der Apotheke kann man Sie dazu kompetent beraten.

Um die Dunkelfärbung nicht weiter zu verstärken oder neue Flecken auszulösen, sollten Betroffene aber komplett auf Solarien und Sonnenbäder verzichten.

Wie Sie Hautunregelmäßigkeiten bei Vitiligo, Psoriasis, Rosacea, Narben oder Akne am besten mit Make-up kaschieren, lesen Sie in diesem Beitrag.