Kaum kommt der Sommer, tritt auch nerviges Getier wie Gelsen, Zecken oder Wespen auf den Plan. Wird man von ihnen umschwirrt, kommt es häufig zu Stichen und ihren Folgen wie Juckreiz, Rötung und Schwellung. Lesen Sie hier, wie Sie sich natürlich vor Stichen schützen bzw. diese behandeln.

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Ist man im Sommer im Freien oder in der Natur unterwegs bzw. verbringt laue Sommernächte auf der Terrasse oder im Gastgarten, ist es schnell passiert: Man wird von Gelsen und Mücken umschwärmt oder kommt einer aggressiven Wespe in die Quere – und schon kommt es zu unangenehmen Stichen mit darauffolgender Rötung, Schwellung und Juckreiz. Zur Vermeidung von Stichen gibt es ein paar Tricks, wie z. B. lange, helle Kleidung anzuziehen, Mückengitter zu verwenden oder bestimmte ätherische Öle in Duftlampen oder auf Duftsteinen zu verwenden, welche die Insekten abwehren. Zudem sollten im Garten oder auf dem Balkon Mückenbrutplätze wie stehendes Wasser in Blumentöpfen und Sandspielzeug vermieden und Vogeltränken mindestens zweimal pro Woche gewechselt werden. Auch der Anbau von Pflanzen wie Lavendel, Geranien oder Tomatenpflanzen hält Quälgeister fern.

Hinsichtlich Zecken sollte immer im Hinterkopf behalten werden, dass diese überall im Gras bis zu einer Höhe von ca. 1,20 m lauern können – egal, ob am Land oder in der Stadt im Park. Nach dem Nachhausekommen ist es ratsam, sowohl Körper als auch Kleidung nach Zecken abzusuchen. Ist es zum Insektenstich gekommen, sollten ein paar Erste-Hilfe-Maßnahmen beherzigt werden.

Handelt es sich bei der gestochenen Person um einen Insektengiftallergiker bzw. eine -allergikerin und/oder treten Symptome wie Kreislaufbeschwerden, Anschwellen des Mund-Rachen-Bereichs, Atemnot, Übelkeit oder Hauterscheinungen außerhalb der Stichstelle auf, sollte ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht bzw. die Rettung gerufen werden. Handelt es sich um einen Zeckenstich, sollte die Zecke vorsichtig mit einer Zange oder Zeckenkarte entfernt werden – möglichst ohne den Körper der Zecke zu drücken. Für die weiteren Tage ist es wichtig, die Einstichstelle und das allgemeine Befinden zu beobachten. Erfolgte der Stich durch eine Biene, wird der hängengebliebene Stachel vorsichtig mit einer Pinzette – im Notfall mit dem Fingernagel – entfernt, möglichst ohne die Giftblase zu quetschen, da so noch mehr Gift unter die Haut appliziert würde. Ansonsten sollte der Insektenstich mit Eiswürfeln oder einem Coolpack gekühlt werden; wobei darauf zu achten ist, diese in einen Stoffbeutel oder ein Geschirrtuch zu geben, um einen direkten Kontakt zwischen Eis und Haut zu vermeiden, da es ansonsten zu Erfrierungen kommen kann.

Stiche vermeiden

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Eine wirksame Maßnahme gegen verschiedenste Insekten sind sog. Repellents. Dabei handelt es sich um Stoffe, welche Insekten abhalten. Diese bilden nach dem Auftragen durch Verdampfung einen wenige Millimeter dünnen Schutzmantel über der Haut, welcher die Geruchsorgane der Insekten stört und diese so vertreibt. Je nach Zusammensetzung des verwendeten Produkts können Mücken bis zu sechs und Zecken bis zu vier Stunden ferngehalten werden. Zu den pflanzlichen Repellents gehören ätherische Öle wie Eukalyptus-, Lavendel-, Nelken-, Teebaum-, Bergamott-, Zedern- oder Zitronellöl. Zubereitungen aus diesen Ölen alleine oder in Kombination sind bspw. als Roll-on, Spray, Lotion oder in Form von Armbändern bzw. Klipps für die Tasche oder den Kinderwagen erhältlich. Bei ihrer Anwendung ist zu beachten, dass sie gleichmäßig und lückenlos aufgetragen werden. Hautpartien in der Nähe von Augen, Lippen und Nasenlöchern sollen ausgespart werden.

Kommen Sprays zur Anwendung, sollten diese nicht direkt ins Gesicht gesprüht, sondern erst in die Hände und dann aufgetragen werden. Bei längeren Aufenthalten im Freien, bei stärkerem Schwitzen oder Baden ist es notwendig, die Repellents nach ein paar Stunden – je nach Produktangaben – zu erneuern. Wird zusätzlich Sonnencreme verwendet, sollte zuerst diese und dann das Repellent aufgetragen werden. Kommt es doch zu einem Kontakt mit Schleimhäuten oder den Augen, müssen diese sofort gründlich gespült und ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden. Repellents mit ätherischen Ölen sind für die Tropen nicht geeignet, da sie nicht stark und nicht lange genug wirken. Zu beachten ist außerdem, dass einige ätherische Öle die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen – direkte Sonneneinstrahlung sollte gemieden werden. Weiters sollten ätherische Öle nicht angewendet werden, wenn eine bekannte Allergie gegen das jeweilige Öl besteht.

Do it yourself

Petersilienbreiauflage
Die in der Petersilie enthaltenen ätherischen Öle lindern Symptome wie Brennen und Juckreiz. Waschen Sie ein paar Stängel Petersilie und zupfen Sie die Blätter ab. Anschließend fein hacken oder im Mörser zerkleinern. Geben Sie den Brei auf ein sauberes Baumwoll- oder Papiertaschentuch und damit die Stichstelle bedecken; evtl. fixieren. Lassen Sie die Auflage liegen, bis der Brei trocken geworden ist.

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Linderung nach dem Stich

Kommt es trotz aller vorbeugender Maßnahmen zu einem Stich, können neben den oben genannten Erste-Hilfe-Maßnahmen pflanzliche Mittel Abhilfe gegen die lästigen Symptome wie Juckreiz, Rötungen und Schwellungen schaffen. Handelt es sich um einen Bienen- oder Wespenstich, kann für ein paar Minuten eine frische Zitronen- oder Zwiebelscheibe aufgelegt werden. Sehr gut wirksam gegen alle Arten von Insektenstichen ist Aloe-vera-Gel. Die Inhaltsstoffe wirken leicht antibiotisch, entzündungshemmend, juckreizlindernd und kühlend. Zur Erzielung eines stärkeren Kühleffektes kann das Gel im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ätherische Öle wie Teebaum- oder Lavendelöl können auf etwas Watte geträufelt und der Insektenstich damit betupft werden. Fragen Sie dazu Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker. Gegen Schwellungen sind Arnikasalbe oder die frisch zerquetschten Blätter des Spitzwegerichs wirksam. Weiters wirkt ein Umschlag mit Essigwasser (1 Teil Essig und 2 Teile Wasser) entzündungshemmend und juckreizmildernd.