Bald hat sie uns wieder, die Erkältungszeit mit ihren unangenehmen Viren, die neben COVID-19 – ausgelöst durch SARS-CoV-2 – auch andere Erkältungskrankheiten, z. B. verursacht durch Rhinoviren, mit sich bringt. Einher gehen diese lästigen Infektionen häufig mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Doch es gibt einige vorbeugende Maßnahmen, die getroffen werden können, um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zu verringern.

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Wie besonders in den letzten zweieinhalb Jahren immer wieder publiziert wurde, sind das A und O bestimmte Hygieneregeln, die zur Vermeidung von Infektionskrankheiten beherzigt werden sollten. Dazu zählen regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen mit Wasser und Seife, das Niesen und Husten in die Armbeuge bzw. in ein Einwegtaschentuch, das anschließend entsorgt wird, sowie ‒ besonders auf das Coronavirus bezogen ‒ das Tragen von Masken. Zudem sollte man versuchen, sich unterwegs nicht ins Gesicht zu fassen und möglichst keine Hände zu schütteln sowie nach Möglichkeit vermeiden, angehustet bzw. angeniest zu werden. Ebenso ist es generell sinnvoll, das Immunsystem zu unterstützen. Dazu sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit – am besten in Form von Wasser und ungesüßten Kräutertees – geachtet werden. Wichtig ist auch, sich im Alltag ausreichend zu bewegen, indem regelmäßige Sport- oder Bewegungseinheiten vorgenommen werden; wobei sowohl Ausdauer- als auch Kraftsport wichtig sind –bevorzugt an der frischen Luft. Auch auf ausreichend Schlaf zu achten sowie Stress und Alkohol zu vermeiden, sind durchaus empfehlenswerte Maßnahmen.

Rotalgen – Hilfe aus dem Meer

Rotalgen kommen an Uferzonen aller Weltmeere vor und werden auch in Algenfarmen gezüchtet. Sie besitzen eine rote Substanz, die für die Photosynthese zuständig ist – daher stammt auch ihr Name.

Der Inhaltsstoff, welcher für die antiviralen Effekte verantwortlich ist, heißt Carrageen. Dieser wird aus der Zellwand der Rotalgen gewonnen, wobei die Ausbeute und Zusammensetzung je nach Rotalgenart variieren. In kleinen Laborstudien zeigte Carrageen eine direkte virentötende Wirkung gegen SARS-CoV-2. Zudem kann der Rotalgen-Inhaltsstoff möglicherweise auch die Virenvermehrung und die Virusanfälligkeit der Schleimhäute reduzieren. Diese Effekte kommen zustande, da Carrageen die Viren umhüllt und so deren Anhaftung an die Schleimhäute verhindert. Außerdem bildet sich im Mund- und Rachenraum eine schützende Schleimschicht, wodurch die natürliche körpereigene Abwehr gegen die Viren unterstützt wird. Aufgrund dieses unspezifischen Wirkungsmechanismus sind Rotalgen-Präparate vermutlich auch bei neuen Varianten des Virus wirksam. Carrageen ist verarbeitet in Lutschpastillen, aber auch als Nasen- und Rachensprays erhältlich. Die Anwendung kann sowohl vorbeugend als auch therapeutisch – am besten mehrmals täglich – erfolgen. Der Wirkstoff ist sicher und gut verträglich und daher auch für Kinder ab einem Jahr, Schwangere und Stillende geeignet.

Trypsin und Glycerin gegen Virenvermehrung

Bei Trypsin handelt es sich um ein Verdauungsenzym, welches u. a. in Säugetieren, Fischen und Pilzen vorkommt. Dieser Wirkstoff ist gemeinsam mit Glycerin in Form eines Erkältungssprays auf dem Markt. Dabei beruhigt Glycerin die Mundschleimhaut und „bindet“ die Viren, wodurch diese eingekapselt werden und sich nicht mehr weiter ausbreiten. Trypsin soll die Viren inaktivieren, indem es ihr Eiweiß zerstört und ihre Vermehrung vermindert. Der Rachenspray kann ebenfalls vorbeugend oder therapeutisch eingesetzt werden.

Heilpflanzen fürs Immunsystem

Das Immunsystem kann durch folgende Pflanzen unterstützt werden, um Infekte besser abwehren zu können. Die beschriebenen Pflanzen sind u. a. als Tropfen, Säfte, Sprays, Lutschtabletten, Kapseln oder Tee und in Kombinationspräparaten erhältlich. Bei allen Präparaten ist es wichtig, sie ab den ersten Erkältungszeichen anzuwenden, da sie so am effektivsten wirken. Wenn innerhalb von drei Tagen keine Besserung der Symptome eintritt oder sich diese verschlimmern, sollte eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden.

1. Pelargonium sidoides – Die Kapland-Pelargonie

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Die Kapland-Pelargonie, geläufig auch unter dem Namen Umckaloabo, ist in Südafrika beheimatet. Diese Pflanze kommt gegen Erkältungskrankheiten zum Einsatz, da sie das Immunsystem anregt und die Tätigkeit der Flimmerhärchen der Atemwege unterstützt, wodurch Krankheitserreger schneller ausgeschieden werden können. Zudem wirkt Umckaloabo gegen Bakterien und Viren. Am besten werden Arzneien aus dieser Pflanze zu Beginn einer Erkrankung bei Auftreten der ersten Symptome eingenommen, um so die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Umckaloabo wird bei Erwachsenen und Kindern ab einem Jahr angewendet.

2. Echinacea – Der Sonnenhut

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Der Sonnenhut stammt ursprünglich aus Nordamerika und dem Mississippi-Becken. Seine Inhaltsstoffe regen Zellen des Immunsystems an, welche krankmachende Keime vernichten, wodurch er gegen Bakterien und Viren wirkt. Außerdem werden durch die Einnahme des Sonnenhuts das Ansteckungsrisiko gesenkt und Krankheitssymptome vermindert. Der Sonnenhut kann bei Erwachsenen und Kindern ab vier Jahren zum Einsatz kommen.

3. Thuja – Der Lebensbaum

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Der Lebensbaum ist eine immergrüne Zypressenpflanze aus Nordamerika. Die Inhaltsstoffe dieser Pflanze haben eine direkte Wirkung auf Viren und fördern die Kommunikation zwischen Abwehrzellen des Immunsystems. So können durch die Einnahme von Thujaextrakten die Krankheitsdauer verkürzt und Symptome abgemildert werden. Die Anwendung von Thuja ist sowohl bei akuten als auch chronischen Atemwegserkrankungen geeignet.

4. Cistus – Die Zistrose

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Bei der Zistrose handelt es sich um einen kleinen Busch, der im Mittelmeerraum beheimatet ist. Extrakte, welche aus dieser Pflanze gewonnen werden, wirken gegen Viren und Bakterien und kurbeln außerdem das Immunsystem an. Zudem führen die Inhaltsstoffe bei Infektionen der oberen Atemwege zu einer schnelleren Genesung, und auch Erkältungsbeschwerden können vermindert werden. Die Zistrose kann auch als Mundspülung verwendet werden, um die Keimzahl im Mund- und Rachenraum zu vermindern.