Husten - © Shutterstock

Mit Pflanzenpower gegen Husten

Mit Hilfe einiger Pflanzen bzw. pflanzlicher Präparate können Hustensymptome gelindert und die Hustendauer verkürzt werden.

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Die vorgestellten Pflanzen können als Tee, Saft, Tropfen, Spray, Pastillen oder Inhalationen zur Anwendung kommen. Neben den genannten Heilpflanzen werden auch die Königskerze, Senegawurzel und Süßholzwurzel gegen Husten verwendet. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Apotheker, welche pflanzliche Zubereitung und welches Präparat am besten für Sie geeignet ist.

Was ist Husten eigentlich genau?

Husten ist eine Abwehrreaktion des Körpers, um Fremdstoffe nach außen zu transportieren und die Atemwege freihzuhalten. Dabei wird zwischen trockenem und produktivem Husten unterschieden.

  • Bei trockenem Husten oder auch Reizhusten handelt es sich um Husten ohne Auswurf. Die Rachenschleimhaut ist gereizt und beim geringsten Anlass kommt es zum Hustenreiz, welcher besonders in der Nacht sehr quälend sein kann.
  • Bei produktivem Husten handelt es sich um Husten mit Schleimbildung, welcher ausgehustet werden sollte.

Da Husten auch ernsthafte Ursachen haben kann, sollte bei folgenden Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden: Brustschmerzen, Atemprobleme, Atemgeräusche, Husten von Blut oder grünem Schleim, der Husten verschlechtert sich oder wird innerhalb von zehn Tagen nicht besser.

Sind solche Beschwerden nicht vorhanden, können die beiden Hustenarten mit pflanzlichen Präparaten behandelt werden.

Isländisch Moos – bei Reizhusten

Isländisch Moos Heilpflanze - © Shutterstock
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Bei dieser Pflanze handelt es sich trotz ihres Namens nicht um ein Moos, sondern um eine Flechte, welche seit dem 17. Jahrhundert in der Volksmedizin verwendet wird. Diese Pflanze beinhaltet reizlindernde Schleimstoffe, welche sich wohltuend über die gereizte Schleimhaut legen und sie vor weiteren Angriffen schützen. Dadurch kann sich die Schleimhaut schneller erholen und es kommt zur effektiven Linderung des Reizhustens. Isländisch Moos kann auch bei Schleimhautreizungen im Mund verwendet werden.

Eibisch – bei Reizhusten

Heilpflanze Eibisch - © Shutterstock
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Eibisch wird seit der Antike gegen Reizhusten verwendet. Diese Pflanze enthält in ihren Wurzeln und Blättern eine große Menge an Schleimstoffen, welche sich an die Schleimhaut in Mund, Rachen und Hals anhaften und heilungsfördernd wirken. Vor allem die Wurzel hat einen stark reizlindernden Effekt und setzt die Aktivität der Flimmerhärchen in der Lunge herab, wodurch der Hustenreiz gelindert wird. Zudem werden Schleimhautirritationen beruhigt und schmerzhafte Hustenattacken verringert.

Spitzwegerich – bei Reizhusten

Spitzwegerich Heilpflanze - © Shutterstock
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Diese Arzneipflanze wird seit dem elften Jahrhundert gegen Husten eingesetzt und kommt an Wegrändern sowie auf Wiesen und Feldern vor. Es werden alle Teile der Pflanze außer der Wurzel verwendet. Die Schleimstoffe des Spitzwegerichs legen sich lindernd über die gereizte Schleimhaut und wirken so gegen Reizhusten.

Malve – bei Reizhusten

Heilpflanzen Malve Käsepappel - © Shutterstock
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Die Malve, auch Käsepappel genannt, wird seit der Antike als Heilmittel verwendet. Zur Anwendung kommen sowohl die Blüten als auch die Blätter der Pflanze, welche Schleimstoffe beinhalten, die sich als Schutzschicht auf die Schleimhäute legen und so gegen Reizhusten wirksam sind.

von der Apothekerin

  • Vermeiden Sie es zu rauchen, da dadurch die Schleimhäute der Atemwege zusätzlich gereizt werden.
  • Wenden Sie hustenstillende und hustenlösende Mittel nicht gemeinsam an, da sich ihre Wirkungen sonst gegenseitig aufheben könnten.
  • Handelt es sich um einen Mischhusten, bei dem es sowohl zur Schleimbildung als auch zum Hustenreiz kommt, ist es möglich untertags einen Hustenlöser zu verwenden und während der Nacht einen Hustenstiller einzunehmen, um schlafen zu können.
  • Trinken Sie ausreichend, damit die Schleimhäute befeuchtet werden und sich vorhandener Schleim verflüssigen kann.
  • Befeuchten Sie die Raumluft zum Beispiel mit einer Schale Wasser oder einem feuchten Handtuch auf dem Heizkörper, um eine Reizung der Schleimhäute durch trockene Raumluft zu verhindern.

Efeu – bei produkivem Husten

Efeu Heilpflanzen - © Shutterstock
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Efeu wird seit Jahrtausenden genutzt. Er gedeiht in Wäldern und an Felsen, außerdem ist er häufig an Hausmauern anzutreffen. Die Inhaltsstoffe befinden sich in den Blättern und führen, eingenommen in Form von Fertigarzneimitteln, zur Produktion von dünnflüssigem Schleim in der Lunge, wodurch dieser leichter abgehustet werden kann. Zudem führt Efeu zu einem erleichterten Abtransport des Schleims aus der Lunge und zu einer Entkrampfung der Atemwege. Efeu sollte nicht selbstständig gesammelt und als Heilmittel verwendet werden, da dieser giftig ist.

Thymian – bei produktivem Husten

Thymian Heilpflanze - © Shutterstock
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Der Thymian ist in Mittel- und Südeuropa beheimatet und wächst dort auf felsigen Hängen und Trockenrasen. Für die Herstellung von medizinischen Präparaten werden alle Teile der Pflanze mit Ausnahme der Wurzel verwendet. Durch das im Thymian enthaltene ätherische Öl wird festsitzender Schleim in den Bronchien gelöst und dessen Abtransport gefördert. Außerdem entspannt Thymian die Bronchialmuskulatur.

Primel – bei produktivem Husten

Primel_Schlüsselblume_Heilpflanze - © Shutterstock
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In der Medizin werden zwei verschiedene Arten der Primel, auch Schlüsselblume genannt, verwendet: Die Wiesenschlüsselblume, welche auf Wiesen und in Gebüschen wächst, und die Hohe Schlüsselblume, welche auf Wiesen und in Wäldern zu finden ist. Ihre Inhaltsstoffe sind vor allem in der Wurzel enthalten. Durch sie wird von den Bronchien mehr Schleim produziert, welcher dünnflüssiger ist und leichter abgehustet werden kann. Die Primel kommt häufig in Kombination mit Thymian zur Anwendung.

Autorin: Mag. pharm. Stefanie Briganser