Welche Heilpflanzen bei Prostatabeschwerden helfen und welche Heilpflanze (auch bei Frauen) die sexuelle Lust steigern kann.

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Männer können aufgrund ihrer Anatomie an nur sie betreffenden Beschwerden wie einer Prostatavergrößerung und den damit einhergehenden Symptomen leiden. Es kann sich aber auch um Beschwerden handeln, welche ebenso Frauen betreffen können, wie der Verlust der sexuellen Lust, auch Libido genannt.

Gut zu wissen:

Die normale Prostata hat etwa die Größe und Form einer Kastanie und wiegt ungefähr 20 Gramm. Zwischen dem 50. und 59. Lebensjahr haben etwa 20 Prozent der Männer eine Prostatavergrößerung. Bei den über 70-Jährigen leiden bis zu 70 Prozent darunter. Die Testosteronwerte nehmen bei Männern ab etwa dem 40. Lebensjahr um ca. 1 Prozent pro Lebensjahr ab.

Gut für die Prostata: Sägepalme, Kürbis und Brennnessel 

Kürbis und Kürbiskerne - Kürbissamen haben einen positiven Effekt auf die Harnwege, Blase und Prostata. - © Shutterstock
Kürbissamen haben einen positiven Effekt auf die Harnwege, Blase und Prostata. © Shutterstock

Männer sind mit zunehmendem Alter häufig, später sogar sehr häufig, von einer gutartigen Prostatavergrößerung, der so genannten Benignen Prostatahyperplasie, betroffen. Dabei nimmt das Volumen der Prostata circa ab dem 35. Lebensjahr zu, und ab dem 75. Lebensjahr findet sich bei fast allen Männern eine Prostatavergrößerung. Es kann zu Symptomen wie einem geschwächten Harnstrahl, verlängertem Urinieren, Nachträufeln, Restharngefühl und nächtlichem Harndrang kommen, da die Prostata die Harnröhre wie ein Ring umschließt und diese einengt.

Werden solche Symptome verspürt, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, da diesen Symptomen auch andere Ursachen zugrunde liegen können. Sind die Beschwerden abgeklärt und handelt es sich um eine Benigne Prostatahyperplasie, hat die Natur vor allem bei leichten Formen beziehungsweise zur Unterstützung einige nützliche Pflanzen in petto.

Zu den Pflanzen, die bei Benigner Prostatahyperplasie eingesetzt werden, zählt die Sägepalme. Bei dieser Pflanze handelt es sich um eine Buschpalme, welche in den küstennahen Südstaaten der USA und des tropischen Mittel- und Südamerika beheimatet ist. In Europa ist die Palme als Heilpflanze erst seit dem 20. Jahrhundert bekannt.

Verwendung finden ihre reifen, getrockneten Früchte, die auch Sabalfrüchte genannt werden. Sie enthalten pflanzliche Steroide, die so genannten Phytosterole, welche wiederum in den Hormonhaushalt des Mannes eingreifen und die Beschwerden einer Prostatavergrößerung verbessern. Dabei kommt es durch die Hemmung eines Enzyms zur verminderten Produktion von Dehydrotestosteron, welches bei erhöhten Spiegeln zu einer Prostatavergrößerung führen kann. Dies führt zu einem positiven Effekt auf die meisten Symptome. Die Einnahme von Präparaten mit Sägepalme führt selten zu Nebenwirkungen, manchmal kann es zu Magenbeschwerden kommen.

Auch der Kürbis kommt zum Einsatz. Dieser war ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wird heute jedoch weltweit angebaut. Es kommen verschiedene Kürbisarten zur Anwendung – am häufigsten jedoch der gemeine Kürbis, auch Gartenkürbis genannt, wobei häufig Varietäten des steirischen Ölkürbis genutzt werden. Verwendet werden die Kürbiskerne, welche unter anderem Phytosterole sowie Vitamin E und Selen enthalten. Hinsichtlich der Benignen Prostatahyperplasie entfalten Phytosterole ihre hormonähnliche, oben beschriebene Wirkung dahingehend, dass Prostatabeschwerden gelindert werden.

Als weitere Pflanze kommt die Brennnessel zum Einsatz, welche weltweit in gemäßigten Zonen vorkommt. Sie enthält oben genannte Phytosterole, wobei für Präparate gegen die Prostatahyperplasie die Wurzel der Pflanze zur Anwendung kommt und zur Erleichterung beim Wasserlassen führt. Bei der Einnahme von Brennnesselwurzel kann es gelegentlich zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und sehr selten zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Hautausschlag und Nesselsucht kommen.

Alle drei beschriebenen Pflanzen führen jedoch nicht zu einer Verkleinerung der Prostata.

Eine Pflanze für die sexuelle Lust: Damiana

Heilpflanze Damiana_shutterstock_1104021773 - Präparate mit der Heilpflanze Damiana haben auf Männer und Frauen die gleiche Wirkung.
Präparate mit der Heilpflanze Damiana haben auf Männer und Frauen die gleiche Wirkung.

Mit einer nachlassenden oder verminderten Libido kämpfen immer mehr Menschen. Bei den Männern (und Frauen) trifft dies nicht nur ältere Personen, sondern auch Jüngere. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Zum einen kann es sich um körperliche Gründe wie zum Beispiel einen Testosteronmangel handeln. Denn die Testosteronwerte nehmen bei Männern ab etwa dem 40. Lebensjahr um circa ein Prozent pro Jahr ab. Vor allem bei zusätzlich auftretenden Beschwerden wie Übergewicht, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen kann vom Arzt überlegt werden, eine Behandlung mit Testosteron durchzuführen. Diese Form des Libidoverlusts betrifft vor allem Männer im fortgeschrittenen Alter und kann auch durch die Einnahme verschiedener Medikamente verursacht sein.

Zum anderen können psychische Ursachen die Auslöser für derartige Beschwerden sein, zum Beispiel Beziehungsprobleme, Stress, zu hohe Ansprüche oder Ängste. Bei anhaltenden Problemen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um körperliche Ursachen erkennen und beheben zu können, beziehungsweise sollte bei psychischen Ursachen beispielsweise eine Psycho- und/oder Paartherapie angedacht werden. In jedem Fall ist es wichtig, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und nicht den Spaß an der Sache zu verlieren.

Eine Pflanze, die hinsichtlich dieser Beschwerden unterstützen kann, ist Damiana. Damiana stammt aus Amerika und wächst in Höhen zwischen 500 und 1.950 Metern. Sie gehört zur Gattung der Passionsblume und wurde schon von der Hochkultur der Maya als Aphrodisiakum verwendet. Den Namen hat die Pflanze von dem christlichen Märtyrer Damian bekommen. Verwendung finden ihre Blätter, die zur Blütezeit geerntet und anschließend getrocknet werden. Ihr Effekt liegt in der positiven Wirkung auf Botenstoffen im Gehirn, welche für das sexuelle Verlangen zuständig sind. So können ihre Inhaltsstoffe zu intensiveren Empfindungen beitragen, und sie wirkt entspannend. Die Pflanze hat dabei auf Männer und Frauen die gleiche Wirkung. Als Nebenwirkung bei der Einnahme von Damiana sind allergische Reaktionen wie Rötungen oder Juckreiz möglich.

Apotheker-Tipp

Die oben genannten Pflanzen werden am besten in Form von Fertigpräparaten eingenommen, da so eine ausreichend hohe Dosierung erreicht werden kann. Lassen Sie sich dazu am besten in der Apotheke beraten.

Autorin: Mag. pharm. Stefanie Briganser