Zimt Heilpflanze - © Shutterstock

Zimt – ein aromatisches Heilmittel

Gut für die Verdauung, bei Appetitlosigkeit und mehr. Und: Der Unterschied zwischen Ceylon- und dem günstigen Cassia-Zimt.

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Die arzneilich verwendete Zimtrinde wird aus dem in Indien und Sri Lanka heimischen Ceylon-Zimtbaum gewonnen und hat in Europa seit der Antike als Gewürz und Heilmittel eine lange Tradition.

Maßgeblich verantwortlich für die Bedeutung von Zimt ist das aromatische ätherische Öl. Dadurch schmeckt Zimt nicht nur angenehm, sondern er regt auch diverse Verdauungsprozesse und den Appetit an. Zimt gilt daher seit jeher als ein Heilmittel bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen.

Zudem entfaltet die Zimtrinde auch sehr starke antibakterielle und pilzhemmende Effekte. Es gibt auch Hinweise aus Tierversuchen, wonach Zimt den Zuckerspiegel senken könnte. Hierzu bedarf es aber noch weiterer Studien.

Gut zu wissen:

Ceylon-Zimtstangen werden aus einzelnen dünnen Rinden zusammengesteckt – die günstigeren Cassia-Zimtstangen sind viel gröber und dicker.

Anwendungstipps:

Für die Teezubereitung verwendet man bis zu dreimal täglich einen Teelöffel der getrockneten Rinde pro Tasse Tee. Wegen des doch sehr intensiven Geschmacks eignet sich Zimt dabei besonders auch in Form einer Teemischung mit anderen verdauungsfördernden Heilpflanzen wie beispielsweise Ingwer, Fenchel oder Schafgarbe.

Alternativ kann auch die aus Zimtrinde hergestellte Tinktur (dreimal täglich zehn Tropfen) eingenommen werden.

Zimt ist in der genannten Dosierung gut verträglich, lediglich bei Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Zimt muss man darauf verzichten.

Vorsicht bei Gewürz-Zimt

Sie sollten Zimt übrigens auch als Gewürz nur in Maßen genießen. Im Gegensatz zu Ceylon-Zimt enthält der hauptsächlich im Lebensmittelbereich verwendete billigere chinesische Zimt (Cassia-Zimt) nämlich auch erwähnenswerte Mengen an Cumarin. Und Cumarin führt in hohen Mengen nicht nur zu Kopfschmerzen und Erbrechen, sondern kann auch Leberschäden verursachen.

Seit 2011gelten in der EU für Lebensmittel zwar Vorgaben bezüglich dem Höchstgehalt an enthaltenem Cumarin, Kinder können die Grenzwerte (0,1 mg Cumarin pro kg Körpergewicht) aber dennoch relativ schnell erreichen. So überschreitet zum Beispiel ein Kleinkind mit 15 Kilogramm den Grenzwert bereits mit sechs kleinen Zimtsternen oder 100 Gramm Lebkuchen.