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Heilpflanzen fürs Herz und die Blutgefäße

Was Weißdorn, Mistel, Knoblauch, Rotes Weinlaub und Rosskastanie bewirken können.

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Es gibt eine Vielzahl an Herz-Kreislauf-Problemen, welche die Lebensqualität beeinträchtigen können. Häufig stellen sie zudem auch eine ernste Gesundheitsgefahr dar. Daher müssen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems immer ärztlich abgeklärt werden.

Zur Therapie-Unterstützung oder bei leichten Beschwerden wie zum Beispiel niedrigem Blutdruck können Heilpflanzen zur Anwendung kommen.

Auch die Berücksichtigung einiger Tipps kann ein gesünderes Herz unterstützen. Dazu zählen:

  • eine gesunde und ausgewogene Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • genügend Ruhepausen im Alltag
  • ein Rauchstopp
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Weißdorn für einen kräftigen Herzschlag

Heilpflanze Weißdorn - © Shutterstock
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Weißdorn – die Arzneipflanze des Jahres 2019 – war schon im Altertum als Arzneipflanze bekannt und wird seit dem 14. Jahrhundert als herzstärkendes Mittel verwendet. Er wächst in lichten Gebüschen und auf sonnigen Hängen und kommt in ganz Europa vor.

Die Blüten enthalten Stoffe, welche zu einer erhöhten Schlagkraft des Herzens führen sowie die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße fördern. Daher wird der Weißdorn gerne beim so genannten „Altersherz“, bei Herzbeschwerden nach Infektionskrankheiten und bei extremer körperlicher Belastung wie Bergsteigen in großen Höhen eingesetzt.

Bei Symptomen wie Atemnot, vor allem unter Belastung, Beklemmungsgefühlen und Brustschmerzen oder Herzstolpern sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann feststellen, ob eine Herzschwäche vorliegt und der Einsatz von Weißdorn sinnvoll ist.

Anwendungstipps

  • Extrakte aus der Pflanze können in Form von Tropfen, Kapseln oder Tabletten eingenommen werden.
  • Auch die Zubereitung eines Tees ist möglich. Hierzu werden zwei gehäufte Teelöffel der Triebspitzen mit kochendem Wasser übergossen und nach zehn Minuten abgeseiht.

Es ist zu beachten, dass Weißdorn erst nach mehrwöchiger Anwendung Wirkung zeigt und dass er nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden sollte.

Mistel zur Unterstützung der Blutdrucktherapie

Mistel Heilpflanze - © Shutterstock
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Bei der Mistel handelt es sich um einen immergrünen Halbschmarotzer, der in Europa und Asien anzutreffen ist und auf verschiedenen Bäumen wächst. Daher unterscheiden sich Mistel-Extrakte je nach Baum in den Inhaltsstoffen und dem Einsatzgebiet.

Die Mistel findet unter anderem Anwendung zur Unterstützung der Therapie bei Bluthochdruck und in Kombination mit Weißdorn zur Verbesserung der Herzleistung und zur Stärkung des Herzmuskels.

Knoblauch bei hohem Blutdruck

Knoblauch Ernährung Heilpflanzen - © Shutterstock
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Auch der Knoblauch wird schon seit dem Altertum aufgrund seines positiven Einflusses auf Herz, Kreislauf und Gefäße verwendet. Er kommt ursprünglich aus Zentralasien und wird heute weltweit angebaut.

Durch die entspannende Wirkung seiner Inhaltsstoffe auf die Blutgefäße kommt es zu einer Verbesserung hoher Blutdruckwerte. Weitere Inhaltsstoffe führen zur Regulation von Blutfettwerten. Und die uns durch ihren Geruch bekannten Schwefelverbindungen führen zu blutverdünnenden Effekten. Daher kann der Knoblauch zur Vorbeugung von Herzkrankheiten, Kreislaufbeschwerden und Arteriosklerose eingesetzt werden.

Es gibt auch einen so genannten Schwarzen Knoblauch. Dabei handelt es sich um normalen Knoblauch, der mit Hilfe von Hitze und Luft fermentiert wurde, wodurch sich die Knolle schwarz färbt. Zubereitungen aus dem Schwarzen Knoblauch, aber auch viele Zubereitungen aus normalem Knoblauch sind geruchs- und geschmacksfrei und daher angenehm anzuwenden.

Für alle Knoblauch-Präparate gilt:

Werden blutverdünnende Medikamente eingenommen, sollte die Einnahme eines Knoblauch-Präparats mit dem Arzt abgesprochen werden, da sich die Wirkung des Medikaments eventuell verstärken kann.

Rotes Weinlaub für dichte Gefäße

Rotes Weinlaub Heilpflanzen - © Shutterstock
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Rotes Weinlaub wird von der roten Weinrebe gewonnen, welche zu den ältesten Kulturpflanzen gehört und schon 3.500 v. Chr. bekannt war. Es wird unter anderem in Mittel- und Südeuropa sowie Australien und Südafrika angebaut.

Verwendung finden seine Blätter beziehungsweise die daraus gewonnenen Extrakte in Form von Tabletten, Kapseln, Auszügen zum Trinken, Tee, Cremen und Gelen.

Seine Inhaltsstoffe haben einen entzündungshemmenden Effekt und wirken gefäßabdichtend und somit abschwellend, da keine Flüssigkeit mehr ins Gewebe gelangt.

Aufgrund dieser Effekte führt das Rote Weinlaub zur Linderung bei angeschwollenen Knöcheln, Schmerzen und müden, schwerden Beinen.

Achtung:

  • Vor der Verwendung von Rotem Weinlaub sollten die Symptome ärztlich abgeklärt werden.
  • Mit einer entsprechenden Wirkung ist erst nach ein bis zwei Wochen zu rechnen.

Rosskastanie bei Venenschwäche und Krampfadern

Rosskastanie Heilpflanze - © Shutterstock
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Die Rosskastanie stammt ursprünglich aus Südosteuropa und dem Kaukasus, kommt heute aber fast in ganz Europa vor. Verwendet werden die Samen der Pflanze. Ihre Inhaltsstoffe führen ebenso zur Abdichtung der Blutgefäße und wirken entzündungshemmend. Daher kommt sie bei Venenschwäche und Krampfadern zur Anwendung. Sie ist als Unterstützung gedacht und soll eine Standardtherapie zum Beispiel durch Stützstrümpfe nicht ersetzen.

Anwendungstipps:

  • Die Rosskastanie kann in Form von Tabletten, Kapseln oder Granulaten zum Auflösen eingenommen oder als Creme bzw. Gel aufgetragen werden.
  • Werden blutverdünnende Mittel eingenommen, sollten Rosskastanien-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden.

von der Apothekerin

Auch gegen Venenprobleme wie zum Beispiel müde und geschwollene Beine gibt es eine Reihe an wirksamen Heilpflanzen (mehr dazu hier). Außerdem kann Folgendes hilfreich sein:

  • eine ausgewogene Ernährung
  • viel Wasser trinken
  • zwischen durch die Beine, Knöchel und Füße bewegen
  • die Beine nicht für längere Zeit übereinanderschlagen
  • regelmäßige Bewegung
  • die Beine mit kühlem Wasser abduschen
  • die Durchblutung in den Beinen durch Bürsten oder Massagen anregen

Autorin: Mag. pharm. Stefanie Briganser