Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine papierlose und sichere Rezeptübermittlung ist. Die österreichischen Apotheken arbeiten derzeit mit der Sozialversicherung intensiv daran, dass das e-Rezept für alle praktisch und zuverlässig wird.

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Worum geht es genau?

Der Dachverband der Sozialversicherungsträger, die Österreichische Ärztekammer und die Österreichische Apothekerkammer haben sich auf die Einführung des elektronischen Rezeptes geeinigt. 60 Millionen Papierrezepte gibt es pro Jahr – in Zukunft werden sie nun schrittweise durch eine elektronische Lösung ersetzt.

Auf Wunsch erhalten Patienten einen Code elektronisch auf ihr Handy und können im Portal der Sozialversicherung unter www.meinesv.at ihre e-Rezepte abrufen. Bezahlte Rezeptgebühren werden dem Rezeptgebührenkonto (REGO) der Versicherten tagesaktuell angerechnet.

Wann geht es los?

Der Pilot startete nun in ausgewählten Apotheken in den Kärntner Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg. „Hier wird die Anbindung der unterschiedlichen Apotheken-Software-Lösungen an das e-Rezept-System getestet“, so Mag. pharm. Christian Wurstbauer, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Wie funktioniert das e-Rezept?

Der Arzt erstellt das e-Rezept im e-card-System, wo es dann auch gespeichert wird. Bis zur flächendeckenden Einführung des e-Rezeptes wird weiterhin ein Papierrezept mit einem Code ausgestellt. In der Apotheke wird dieser Code gescannt und das e-Rezept aus dem e-card-System abgerufen.

Durch Stecken der e-card in der Apotheke kann das e-Rezept auch ohne Code abgerufen werden. Danach speichert die Apotheke die Einlösung des Rezeptes im e-card-System und rechnet die e-Rezepte elektronisch mit der Sozialversicherung ab.

In vier Schritten zum elektronischen Rezept:

  • Schritt 1: Arzt erfasst e-Rezept im e-card-System.
  • Schritt 2: Patient erhält e-Rezept-Beleg elektronisch auf das Smartphone oder Ausdruck (auf Wunsch).
  • Schritt 3: Apotheker scannt Code → e-Rezept wird aus dem e-card-System abgerufen. Apotheker steckt die e-card → Liste der e-Rezepte aus e-card-System abrufen.
  • Schritt 4: Apotheker löst e-Rezept ein und erfasst Rezeptgebühren. Patient erhält Medikament, elektronische Abrechnung der e-Rezepte.

Welche Vorteile hat das e-Rezept?

  • Sicherheit und Service: Missbrauch, Mehrfacheinlösen oder Fälschungen können effektiv unterbunden werden.
  • Einfachheit: Für die Einlösung eines e-Rezeptes reicht die e-card bzw. der Code.
  • Überblick: Patienten können ihre e-Rezepte über eine App im Portal der Sozialversicherung elektronisch abrufen. Es ist kein Papierbeleg mehr notwendig – außer dieser wird ausdrücklich gewünscht.
  • Back-up: Wenn ein Papierbeleg verloren geht oder nicht mehr lesbar ist, kann das e-Rezept durch Stecken der e-card in der Apotheke abgerufen werden.
  • Aktuell: Die Anrechnung der Rezeptgebühren auf das Rezeptgebührenkonto erfolgt tagesaktuell, d.h. Patienten sind gleich am nächsten Tag ab dem Überschreiten der Rezeptgebührenobergrenze von der Rezeptgebühr befreit.