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Die homöopathische Reiseapotheke

Im Urlaub passiert schnell mal was. Bei Reiseübelkeit, Gelsenstichen, Magenverstimmungen oder einer leichten Erkältung bietet Alternativmedizin sanfte Hilfe.

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Als sanftes Verfahren der Alternativmedizin kommen homöopathische Präparate bei zahlreichen Erkrankungen zum Einsatz. Sollten sich Ihre Beschwerden jedoch nicht bessern, ist ärztliche Hilfe erforderlich. Je nach Ziel benötigen Sie trotzdem vorbeugende Medikamente aus der Schulmedizin, etwa als Malaria-Prophylaxe. In vielen Regionen sind auch Schutzimpfungen empfehlenswert. Fragen Sie bei geplanten Fernreisen rechtzeitig Ihren Arzt oder Apotheker.

(K)ein guter Start

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Schon die Reise selbst wird für viele Menschen zur Tortur. Sie quälen sich mit der Reisekrankheit. Kinder sind öfter betroffen als Erwachsene, doch Hilfe naht:

  • Cocculus D12 ist hier die erste Wahl, sollten Bewegungen zur Verschlimmerung führen. In Ruhe oder bei Liegen bessern sich die Symptome.
  • Schwindel beim Aufstehen und starke Übelkeit sind ein Fall für Petroleum D12.
  • Sowohl Cocculus als auch Petroleum können vorbeugend eingenommen werden.
  • Im Akutfall, speziell bei starker Übelkeit mit Frösteln und kaltem Schweiß, hat sich Tabacum D12 bewährt.Flug

Tipps bei Reiseübelkeit:

  • Bus, Bahn oder Auto: Setzen Sie sich in Fahrtrichtung. Blicken Sie nach vorn in die Weite, lesen Sie nichts oder blicken Sie nicht zur Seite.
  • Schiff und Fähre: Gehen Sie an Deck, bevorzugt in der Mitte des Schiffes. Dort sind die Bewegungen schwächer. Generell sollten Sie zum Horizont blicken.
  • Bei Flügen sind Plätze an den Tragflächen ideal. Oft steht Flugangst mit Übelkeit in Verbindung. Versuchen Sie, sich abzulenken.

Der Erkältung etwas husten

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Am Traumziel angekommen, erkälten wir uns prompt. Vielleicht liegt es an frostigen Klimaanlagen, vielleicht aber auch an nasser Kleidung und an Zugluft.

  • Haben Sie Aconitum D12 mit dabei, sind Sie auf der sicheren Seite. Das Präparat wird bei plötzlich einsetzendem Krankheitsbeginn mit Fieber, etwa zu Beginn eines Infekts, angewendet.
  • Heiße, feuchte Haut, ein rotes Gesicht und Fieber sprechen für Belladonna D12.
  • Quälen Sie sich eher mit Durst und abendlichem Frösteln, sollten Sie Bryonia D12 einnehmen.
  • Bei Fieber, Kopf- und Halsschmerzen sowie Schnupfen hat sich Gelsemium D12 bewährt.
  • Wässriger, brennender Fließschnupfen ist ein Fall für Allium cepa D12.
  • Bei heftigem Niesreiz und juckender Nase hilft Euphorbium D12 rasch.
  • Stehen Ohrenschmerzen im Mittelpunkt, macht sich Belladonna D12 bezahlt.

Sonne mit Schattenseiten

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Die ungewohnt hohe UV-Intensität in vielen Ländern führt schnell zum Sonnenbrand. Sonnenschutz ist neben schützender Kleidung die beste Strategie. Sollten Sie abends trotzdem unliebsame Rötungen bemerken, gibt es homöopathische Hilfe.

  • Brennende, rote und heiße Haut ist ein Fall für Belladonna D12.
  • Kommt es sogar zur Bildung von Bläschen, sollten Sie zu Cantharis D12 greifen.
  • Ein starker Sonnenbrand mit weiteren Beschwerden wie Schwindel oder Kreislaufstörungen macht den Arztbesuch zur Pflicht.

Wenn der Urlaub auf den Magen schlägt

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Selbst in schattigen Restaurants lauern Gefahren. Nicht immer vertragen wir das Essen vor Ort. Bei leichten Durchfällen helfen Kapseln mit Birkenkohle, das sind keine Homöopathika.

  • Brechdurchfall mit Unruhe und allgemeinem Krankheitsgefühl bessert sich durch Arsenicum album D12.
  • Magen-Darm-Beschwerden nach starkem Ärger oder Stress machen Bryonia D12 zum bevorzugten Präparat.
  • Nach zu schwerem, fettem Essen inklusive Übelkeit oder Aufstoßen sollten Sie Nux vomica D12 eine Chance geben.
  • Und Graphites D12 ist der Klassiker bei Verstopfungen.
  • Kommen krampfhafte Beschwerden hinzu, spricht viel für Nux vomica D12.

Unliebsame Begegnungen

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In vielen Urlaubsregionen machen uns stechende, saugende Plagegeister schwer zu schaffen:

  • Das ist ein Fall für Apis mellifica D12. Die Haut ist stark geschwollen oder gerötet. Patienten klagen über ein brennendes Gefühl beziehungsweise über Juckreiz. Auch nach unliebsamen Kontakten mit Quallen lohnt sich der Griff zu Apis.

„Hals- und Beinbruch“

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Haben wir im Urlaub plötzlich Motivation, uns sportlich zu betätigen, kann das böse enden. Handelt es sich um Bagatellverletzungen, bietet die Homöopathie starke Hilfe.

  • Arnica D12 sollte in keiner Reiseapotheke fehlen. Apotheker empfehlen das Präparat bei Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Abschürfungen oder sonstigen stumpfen Verletzungen.
  • Muskel- und Sehnenreizungen nach körperlicher Überanstrengung lassen sich mit Rhus toxicodendron D12 lindern.

Wer die Wahl hat ...

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Bleibt als Fazit, dass es für nahezu jede Erkrankung Hilfe aus der Homöopathie gibt. Muss man deshalb gleich 40 bis 50 Präparate mit an Bord nehmen? Das ist kaum erforderlich. Wissen Sie beispielsweise von früheren Reisen, dass Sie einen robusten Magen haben, aber sich schnell erkälten und oft Ohrenschmerzen haben, ist die Auswahl klar. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Apotheker.