Schnupfen Erkältung - Quälen Sie sich mit einer verstopften Nase und kommen Stirnkopfschmerzen mit hinzu, bessert Luffa D6 die Beschwerden. - © Shutterstock
Homöopathie

Zeigen Sie Erkältungen die kalte Schulter

Die klassische Homöopathie lindert viele Beschwerden und wird auch bei Fieber, Husten, Schnupfen und Heiserkeit eingesetzt. Ein Überblick:

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Die Homöopathie ist als alternativmedizinische Behandlungsform ab dem 18. Jahrhundert entstanden. Ihr Begründer Samuel Hahnemann (1755-1843) und zahlreiche seiner Schüler erforschten, wie Stoffe auf unseren Körper wirken.

Heute wissen wir: Für Sie als Patientin oder Patient ist wichtig, in der Apotheke alle Beschwerden möglichst detailliert zu beschreiben. Denn die Homöopathie hat als Grundsatz, Gleiches mit Gleichem zu behandeln. Das heißt: Chemikalien oder Naturprodukte lösen in ihrer reinen Form bestimmte Beschwerden aus. Werden sie stark verdünnt, sprich potenziert, wirken sie Hahnemann zufolge genau gegen diese Symptome.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Als ganzheitliche Therapieform aktiviert die Homöopathie Ihre Selbstheilungskräfte. Sollten sich Ihre Beschwerden innerhalb weniger Tage nicht bessern, ist es Zeit für einen Arztbesuch. Das gilt auch bei starken Kopfschmerzen, hohem Fieber, Schluckbeschwerden oder auffälligen Schwellungen der Lymphknoten.

Setzen Sie keine ärztlich verordneten Medikamente ab, beispielsweise Antibiotika. Oft ist es möglich, klassische Arzneimitteltherapien mit der Homöopathie zu begleiten.

Was tun, wenn…

Ohrenschmerzen - Mit Acionitum D30 lassen sich Ohrenschmerzen gut lindern. - © Shutterstock
Mit Acionitum D30 lassen sich Ohrenschmerzen gut lindern. © Shutterstock

…die Nase „krankt“?

  • Ist Ihre Nase eher nachts oder im Freien verstopft, fließt sie tagsüber jedoch, lohnt sich ein Versuch mit Nux vomica D12.
  • Zu den typischen Symptomen gehören neben Jucken auch ein starker Niesreiz. Quälen Sie sich eher mit einer verstopften Nase und kommen Stirnkopfschmerzen mit hinzu, bessert Luffa D6 die Beschwerden.
  • Haben Sie eher Schnupfen mit zähem, dickem Schleim, mit häufigem Niesen und mit starker Borkenbildung, ist das ein Fall für Kalium bichromicum D4.
  • Wer eher abends als morgens eine verstopfte Nase hat und sich an der frischen Luft besser fühlt, profitiert von Pulsatilla D6.
  • Arsenicum album D12 wird bei wässrigem Schnupfen mit brennenden Schleimhäuten eingesetzt.
  • An der Luft bessern sich die Beschwerden. Verschlechtert sich Fließschnupfen im Freien, kommt Allium cepa D6 zum Einsatz.
  • Speziell bei Säuglingsschnupfen hat sich Sambucus nigra D3 bewährt.

…der Hals schmerzt?

Zu Beginn eines Infekts treten oft Halsschmerzen auf.

  • Beim ersten Kratzen greifen viele Menschen zu Aconitum D30, um Schlimmeres zu verhindern.
  • Sind die Mandeln schon rot und schmerzhaft beziehungsweise haben die Beschwerden plötzlich eingesetzt, bietet sich Belladonna D30 an. Typisch am Krankheitsbild ist, dass sich Ihre Halsschmerzen bessern, wenn Sie Warmes trinken.
  • Bei brennenden Schmerzen und einem geschwollenen Gaumen empfehlen Apotheker Phytolacca D6.
  • Fällt das Essen oder Schlucken schwer, wird Kälte jedoch als angenehm empfunden, spricht viel für Apis D6.
  • Eitrig-belegte Mandeln, hier sind meist Antibiotika erforderlich, können ergänzend mit Mercurius solubilis D12 behandelt werden. Typisch ist: Ihre Beschwerden verschlimmern sich nachts.
  • Stechende Halsschmerzen oder stark geschwollene Lymphknoten mit Besserung durch Wärme machen Hepar sulfuris D12 zur sinnvollen Option.

…ein Husten quält?

Gegen Ende einer typischen Erkältungskrankheit gesellt sich ein lästiger Hustenreiz oft hinzu. Auch hier gibt es Unterschiede:

  • Plötzlich einsetzender Husten, der von Fieber ohne starkes Schwitzen begleitet wird, ist ein Fall für Aconitum D30.
  • Belladonna D30 kommt bei ähnlichen Beschwerden zum Einsatz, wobei starker Husten und starkes Schwitzen eher für Belladonna sprechen.
  • Sehr trockener Husten mit viel Durst oder Verschlechterung durch Wärme deutet auf Bryonia D6 als bevorzugtes Präparat hin.
  • Ist der Husten eher krampfartig, bessert sich jedoch tagsüber beziehungsweise im Freien, gilt Drosera D6 als Mittel der Wahl.
  • Und Coccus cacti D4 steht als Empfehlung weit vorne, falls der Husten zäh und schleimig ist.

…die Ohren weh tun?

  • Entzündet sich unsere Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum, kann das auch zu Ohrenschmerzen führen.
  • Mit Aconitum D30, einem Präparat, das sich bei Schnupfen und Halsschmerzen bewährt, lassen sich auch Ohrenschmerzen behandeln. Davon profitieren Patienten, deren Beschwerden plötzlich einsetzen und sich nachts verschlimmern.
  • Ohrenschmerzen, bei denen Belladonna D30 hilft, sind stark, heiß, pulsierend oder brennend. Fieber wird von Schweiß begleitet.
  • Stechende Beschwerden, die plötzlich auftreten, sich durch Kälte aber bessern, sprechen für Apis D6.
  • Personen, die oft Ohrenschmerzen haben, sollten Ferrum phosphoricum D6 einnehmen.
  • Typisch ist für sie ein langsamer Beginn bei schwächeren Beschwerden als beim „Belladonna“- oder „Aconitum-Typ“.
  • Und Dulcamara D6 eignet sich für empfindliche Patienten, die schnell erkranken, nachdem sie nass geworden sind oder gefroren haben.

…Fieber aufgetreten ist?

In Maßen ist Fieber eine durchaus erwünschte Reaktion des Immunsystems, um Krankheitserreger aus eigener Kraft zu bekämpfen. Bei Babys und Kleinkindern muss die Ursache generell abgeklärt werden. Erwachsenen sollten ab 39,5 °C zum Arzt gehen.

  • Zur Unterstützung der Selbstheilung verwenden Apotheker Belladonna D30 oder Aconitum D30. Belladonna eignet sich für Fieber mit Schweiß. Die Patienten haben keinen Durst, ihre Hände und Füße sind meist kalt.
  • Im Unterschied dazu geben Homöopathen Aconitum ab, sollten Menschen mit Fieber kaum schwitzen, aber großen Durst haben. Typisch sind ihre warmen Extremitäten.

Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker zur Dosierung beraten.

Was können Sie zusätzlich tun?

  • Trinken Sie viel ungesüßten Tee oder Mineralwasser.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen.
  • Bewegen Sie sich – soweit möglich – etwas an der frischen Luft.
  • Spülen Sie Ihre Nase mit isotonischer Kochsalzlösung: eine Technik, die schon im Ayurveda, der Heilkunst Indiens bekannt war.
  • Kartoffelwickel, das sind Umschläge mit gekochten, aber nicht mehr zu heißen Kartoffeln, lindern Halsschmerzen ebenfalls.
  • Kalte Wadenwickel senken – falls erforderlich – Ihr Fieber.