Insulinpens ermöglichen eine genaue und mit wenigen Handgriffen durchführbare Insulinverabreichung. Trotz ihrer relativ unkomplizierten Anwendung sind einige Dinge bei Handhabung und Lagerung zu beachten.

Artikel drucken

Die vergleichsweise einfache Handhabung der Pens ermöglicht ein rasches und diskretes Injizieren in öffentlichen Räumen. Insulinpens sind vor allem für feinmotorisch eingeschränkte Personen angenehm in der Bedienung – einige nicht automatische Penmodelle erfordern jedoch eine relativ hohe Fingerkraft.

Penmodelle für die Insulininjektion werden meist manuell betrieben; man unterscheidet:

  • wiederbefüllbare Pens ohne Federmechanik für die Kolben-bewegung: Sie stellen die gängigste Variante dar und lassen sich wiederholt neu beladen. Die Kanüle wird manuell in das Sub-kutangewebe gestochen.
  • Einmalpens werden auch als Insulin-Fertigspritzen bezeichnet und sind nach der Entleerung der Insulinpatrone nicht wieder befüllbar. Sie werden weitgehend wie das zuvor genannte System gehandhabt, werden nach Gebrauch jedoch verworfen.
  • Bei halbautomatischen Pens sticht der Patient die Kanüle manuell in die Haut, das anschließende Verschieben des Kolbens erfolgt jedoch mittels einer Federmechanik.
  • Bei vollautomatischen Pens wird durch Drücken eines Auslöseknopfs sowohl die Kanüle in die Haut gestochen als auch der Ampullenkolben verschoben.
  • Sonderfall Insulin-Einmalspritzen: Trotz der weiten Verbreitung von Insulinpens bevorzugen manche die Einmalspritze. In seltenen Fällen verabreichen sich Diabetiker mit einer Spritze eine Mischung zweier Präparate. Eine Insulinspritze kann bei Ausfall eines Pens als erstes Reserveinstrument dienen.

Apotheker-Tipp

Halb- oder vollautomatische Penmodelle bieten sich besonders für Patienten mit Einschränkungen der motorischen Fähigkeiten an.

Tipps für die Handhabung:

  • Zum Mischen von Insulin ist der Pen vor jedem Gebrauch so oft langsam zu kippen bzw. um 180 ° zu schwenken, bis eine gleichmäßige Trübung der Zubereitung erkennbar ist.
  • Das Einstellen der zu spritzenden Insulindosis erfolgt durch schrittweises Drehen des Dosierknopfs. Jeder Drehschritt ist deutlich sicht-, spür- und hörbar. Die Anzeige der Dosis ist entweder analog oder digital.
  • Vor dem Spritzen ist der Pen zu überprüfen und eventuell vorhandene Luft aus der Patrone zu entfernen. Dazu stellt man eine Dosis von ein bis zwei Einheiten ein und achtet beim Herausdrücken auf Insulintropfen an der Nadelspitze. Gegebenenfalls muss der Vorgang mehrmals wiederholt werden. Der Pen muss dabei senkrecht mit nach oben zeigender Kanüle gehalten werden.
  • Der Pen sollte nach dem Herausziehen der Kanüle aus der Haut stets auf ein „Nachtropfen“ kontrolliert werden, um zu überprüfen, ob die Dosis vollständig abgegeben wurde.
  • Die Verschlusskappe ist stets auf den Pen zu schrauben, da sie nicht nur einen mechanischen Schutz darstellt, sondern auch eine Lichtschutzfunktion ausübt.

Folgende Einflussfaktoren können Insulinpräparaten schaden:

  • Temperatur (Kälte, Wärme)
  • Licht (Sonneneinstrahlung)
  • mechanische Belastungen (Vibrationen, starkes Schütteln)

Als Obergrenze der Raumtemperatur gelten 25 bis 30 °C. Sowohl höhere Temperaturen als auch Minusgrade führten zu Einbußen der biologischen Aktivität von Insulin. Insbesondere flüssige Zubereitungen wurden durch Einfrieren in ihren Eigenschaften massiv verändert. Ein auf Raumtemperatur erwärmtes Insulin verursacht nach der Injektion geringere lokale Irritationen als gekühltes Insulin.

Außerdem kann eine Bestrahlung durch Sonnenlicht zu Aktivitätsverringerungen führen – sogar diffuses Tageslicht kann hier ausreichen. Von den meisten pharmazeutischen Unternehmern werden für ihre Insulinpräparate Aufbrauchfristen bei Raumtemperatur von vier Wochen – in Einzelfällen auch sechs Wochen – angegeben.

Ablagerungen und Ausflockungen

Auch nach grenzwertiger Temperaturbelastung sind alle Insuline zu entsorgen, die nur geringfügig abweichende Eigenschaften zeigen, wie etwa nicht mehr völlig klare Lösungen oder nicht mehr vollständig vermischbare Suspensionen.

Manche Präparate zeigen das sogenannte Frosting-Phänomen. Dabei handelt es sich um eine selten auftretende, deutliche Aktivitätsminderung, verbunden mit einer eiskristallähnlichen Ablagerung an der Innenwand von Fläschchen und einer Verklumpung des Insulins. Die Anwender solcher Präparate sollten während des gesamten Anwendungszeitraums wiederholt auf etwaige Ablagerungen und Ausflockungen achten. In so einem Fall ist das Insulin zu entsorgen.

Tipps für die Aufbewahrung:

  • Vorräte an Insulindurchstechfläschchen, Penpatronen oder Einmalpens sollte man bei 2 bis 8 °C lagern, am besten im Kühlschrank (Gemüsefach).
  • Angebrochene Insulinfläschchen für Einmalspritzen sowie in Gebrauch befindliche Pens können dagegen bei Raumtemperatur, aber vor Lichteinwirkung geschützt, aufbewahrt werden.
  • Auf Reisen in heißen Regionen kann ein wärmedämmender Behälter mit beigepackten Kühlelementen nützlich sein.
  • Bei längerem Aufenthalt im Kalten wie etwa beim Skifahren oder auf Hochalpintouren soll das Insulin möglichst körpernah getragen werden, z. B. in einer Innentasche am Körper. Gefrorene Präparate bitte nicht mehr verwenden.
  • Temperaturbelastungen bis 40 °C, wie sie etwa im überhitzten Auto oder auf Reisen in tropischen Ländern auftreten können, sind für Zeitspannen von einigen Stunden bis zu einem Tag tolerabel. Bei über 40 °C werden sie als nicht mehr verwendbar eingestuft.